Fundstück im Antiquariat (6): Andreas Oppermann erinnert 1860 an Palermo

Die Vorbereitungen für eine Reise nach Palermo laufen. Dazu gehört wie immer die Suche nach Büchern über das Reiseziel. Diesmal findet sich im Antiquariat ein Buch, bei dem ich mehr als nur erstaunt bin. „Erinnerungen: Palermo“ heißt es. Und geschrieben hat es Andreas Oppermann. „Fundstück im Antiquariat (6): Andreas Oppermann erinnert 1860 an Palermo“ weiterlesen

In Breslau sind selbst Stadtmöbel etwas Besonderes

In Breslau überzeugt das Detail. Ob es die Zwerge sind oder der Umgang mit dem Brückenstahl, die Gelegenheit den öffentlichen Raum zu gestalten wird genutzt. Wie ernst die Stadt das nimmt, zeigt vor allem ein weiteres Detail. Wenn andernorts Kreuzberger Bügel als das Nonplusultra des Felgen freundlichen Fahrradständers gelten mögen, so wartet Breslau zwar mit dem gleichen Prinzip, aber mit formschönen Varianten auf. „In Breslau sind selbst Stadtmöbel etwas Besonderes“ weiterlesen

Breslauer Brücken-Stahl

So viel bunten Stahl gibt es selten. Wer in Breslau einen Spaziergang von gut eineinhalb Kilometern über die Oderinseln zur Dominsel macht, kann roten Stahl, grünen, Stahl und grauen Stahl sehen. Gelber Stahl prägt die Tiergartenbrücke und die Grunwaldbrücke zeigt sich in Blau. „Breslauer Brücken-Stahl“ weiterlesen

Der beste Ort für einen kleinen Mann

Kleiner Mann im Konspira
Kleiner Mann im Konspira

Der Mann ist klein. Er misst nicht mehr an 1,50 m und ist damit ungefähr so groß wie ein zehnjähriges Kind. Seine Haare sind grau. Genauso wie sein Vollbart. Bei seinem Anblick ertappe ich mich dabei, verlegen zur Seite zu sehen.

Der Mann strahlt Ruhe und Würde aus. Er ist sich seiner selbst bewusst und weiß mit seiner Körpergröße umzugehen. Anders als ich, der ich irritiert bin. Sein Anblick löst in mir alle möglichen Erinnerungen an Romane und Filme aus. „Der beste Ort für einen kleinen Mann“ weiterlesen

Die Zwerge von Breslau

Wer sich in Breslau nicht nur die schön restaurierten Giebel, Fenster und Wandmalereien anschaut, wer nicht nur Ausschau nach den vielen Kneipen und Restaurants hält, sondern auch ab und an den Blick über das Kopfsteinpflaster schweifen lässt, der kann sie nicht übersehen: die Zwerge. Überall sind die kleinen Kunstwerke aus Bronze in der Stadt verteilt. Wer sie wahrnehmen will, muss genau hinsehen. Dann wird er mit viel Humor überrascht. „Die Zwerge von Breslau“ weiterlesen

Sorge um lieb gewonnene Türken

Atatürk als Kühlschrankmagnet
Atatürk als Kühlschrankmagnet

Batman, Erzrum, Samsun, Adana, Trabzon, Izmir, Ankara und Istanbul waren vor sechs und sieben Jahren Stationen mehrerer Türkei-Reisen. Das Goethe-Institut hatte sie im Rahmen des Projekts PASCH – Partnerschulen vermittelt. An Schulen, die vor Atatürk-Gedenken nur so strotzten, sollte Deutsch als feste Fremdsprache etabliert werden. Und um das zu unterstützen durften Muttersprachler Theaterkurse, Musikprojekte und Workshops zum Gestalten von und Schreiben für Schülerzeitungen an eben diesen Partnerschulen abhalten. Eine bereichernde Erfahrung, die ich nicht missen will. „Sorge um lieb gewonnene Türken“ weiterlesen

Daniel Barenboim und Martha Argerich verschmelzen an zwei Flügeln

Daniel Barenboim und Martha Argerich bei den Festtagen 2017
Daniel Barenboim und Martha Argerich bei den Festtagen 2017

An einem Flügel mit vier Händen spielen Martha Argerich und Daniel Barenboim schon beeindruckend harmonisch. Aber als sich Barenboim an seinen eigenen Flügel setzt, verschmelzen die beiden zu einer so ungeheuer kraftvollen Einheit, dass sich das Publikum in der Berliner Philharmonie kaum noch zu Husten wagt. Das Duo-Recital von Argerich und Barenboim im Rahmen der Festtage 2017 wird für beide zu einem Triumph. „Daniel Barenboim und Martha Argerich verschmelzen an zwei Flügeln“ weiterlesen

Der düstere Parsifal der Staatsoper

Die Herrn des Konzertchors als verzückte Gralsritter und Knappen (Staatsoper Berlin | Foto: Ruth Walz)
Die Herrn des Konzertchors als verzückte Gralsritter und Knappen (Staatsoper Berlin | Foto: Ruth Walz)

Düster ist der Gesamteindruck an diesem Krafreitag in der Staatsoper. Im Rahmen der Festtage wird der „Parsifal“ in der Inszenierung von Dmitri Tcherniakow aus dem Jahr 2015 gegeben. Geprägt ist sie von der Konzentration auf den Stoff in einer sehr gedämpften, getragenen, düsteren und eher hoffnungslosen Interpretation. Daniel Barenboim und seine Staatskapelle intonieren das monströse Werk von Richard Wagner dynamisch und dramatisch.  „Der düstere Parsifal der Staatsoper“ weiterlesen

Christhard Läpple schreibt ein Dorf-Porträt des Nachwende-Ostens

Christhard Läpple: So viel Anfang war nieChristhard Läpple hat sich in ein Dorf in Brandenburg verliebt. In seinem Buch nennt er es Herzdorf, doch tatsächlich handelt es sich um Netzeband im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Hier hat sich der ZDF-Journalist vor 20 Jahren ein Haus gekauft. Und hier hat Läpple in einem Mikrokosmos erlebt, wie radikal der Bruch zwischen DDR und vereinigter Bundesrepublik war. Sein Buch handelt genau davon. Vom Aufbruch, von Widerständen, vom Scheitern und dem Wandel. „Christhard Läpple schreibt ein Dorf-Porträt des Nachwende-Ostens“ weiterlesen

Anne-Sophie Mutter nimmt es mit jedem Huster auf

Anne-Sophie Mutter
Tosender Applaus für Anne-Sophie Mutter

Ein ganz zarter Strich über die Saiten ihrer Violine, ein Hauch von einem Ton, der sich in der ganzen Berliner Philharmonie ausbreitet, ein winziges akustisches Funkeln – und direkt danach ein Aufschrei! Auch der kommt aus der Violine von Anne-Sophie Mutter. Sie erzeugt Kontraste mit ihrem Instrument, wie es nur ganz wenige können. Varianz, Intensität, Melancholie und Freude. Wer sie bei den Festtagen mit der Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim erlebt, weiß instinktiv, wie außerordentlich dieses Konzert ist. „Anne-Sophie Mutter nimmt es mit jedem Huster auf“ weiterlesen