Mit Andreas Oppermann 1860 durch Palermo (3) – Märkte

„Palermo – Erinnerungen von Andreas Oppermann“ heißt ein 1860 in Breslau erschienenes Buch. Auf den Spuren dieses Namensvetters aus der Vergangenheit sieht Palermo manchmal noch genauso aus wie heute:

Straßen-Antiquariat in Palermo.

Der Antiquar legt ernsthaft den Schatz literarischer Reichthümer auf dem Straßenpflaster aus, unbekümmert, ob darüber auch einmal ein Eselchen mit seiner Ladung von Oel stolpert. Ein wissensdurstiger Käufer kniet sich gemüthlich vor den Büchern hin und hält Auslese seines Bedarfs.

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Mit Andreas Oppermann 1860 durch Palermo (2) – Balkone

„Palermo – Erinnerungen von Andreas Oppermann“ heißt ein 1860 in Breslau erschienenes Buch. Auf den Spuren dieses Namensvetters aus der Vergangenheit sieht Palermo manchmal noch genauso aus wie heute:

Auch kennt der Palermitaner keine abgeschlossene Häuslichkeit. Es werden Toilettengeschäfte, welche man bei uns mit der größten Heimlichkeit abmacht, dort sehr öffentlich auf dem Balkon des Hauses oder der Straße verrichtet. „Mit Andreas Oppermann 1860 durch Palermo (2) – Balkone“ weiterlesen

Peter Robb erklärt Sizilien in all seinen Dimensionen

Peter Robb: Sizilianische Schatten„Sizilianische Schatten“ heißt ein Buch über Sizilien, das den Leser so gefangen nimmt, wie es die Mafia mit der sizilianischen Gesellschaft einst tat. Peter Robb, ein Australier, der mehr als 15 Jahre in Süditalien und auf Sizilien lebte, ist der Autor dieser fulminanten Reportage.

Leider gibt es das Buch nicht mehr im Buchhandel. 2000 ist es bei DuMont erschienen, vier Jahre nach der englischen Erstveröffentlichung. Auch wenn es also über 20 Jahre alt ist, hat es nichts von seiner Faszination verloren. Es lohnt sich, beim ZVAB auf die Suche nach einem antiquarischen Band zu gehen. „Peter Robb erklärt Sizilien in all seinen Dimensionen“ weiterlesen

Mit Andreas Oppermann 1860 durch Palermo (1) – Le Catacombe dei Cappuccini

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„Palermo – Erinnerungen von Andreas Oppermann“ heißt ein 1860 in Breslau erschienenes Buch. Auf den Spuren dieses Namensvetters aus der Vergangenheit sieht Palermo manchmal noch genauso aus wie heute:

Von dem hellen Klosterhofe steigt man hinab in die weitem Bogenhallen des todes, welche nur stellenweise grell durch das von oben herienfallende Tageslicht erleuchtet sind. Zu beiden Seiten der langen und hohen Bogengewölbe stehen an die Mauern angebunden, zwei, drei Reihen übereinander, viele Tausende von Todtengerippen. Sie sind mit halbverfaulten, die entfleischten Knochen zeigenden Lumpen bedeckt, oft auch in ganz neue, bunte Gewänder bekleidet, deren Contrast mit den braunen, wie mit einem lederartigen Ueberzug versehenen Todtenköpfen nur um so auffälliger ist. „Mit Andreas Oppermann 1860 durch Palermo (1) – Le Catacombe dei Cappuccini“ weiterlesen

„Der Zusammenhang“ von Leonardo Sciascia ist ein Labyrinth

Als Leonardo Sciascia seinen „sizilianischen Kriminalroman“ „Der Zusammenhang“ 1971 veröffentlichte, war die Mafia noch alles andere als ein gängiger Stoff für Literatur und Film. Aber der Sizilianer Sciascia wusste, was die Ehrenwerte Gesellschaft war. Er kannte die Mechanismen, mit denen sich die Ehrenmänner Einfluss und Macht sicherten. Und er wusste, wie das Geschwür Mafia den Staat befiel und aussaugte. Stoff genug also für einen guten Krimi.

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Leonardo Sciascia erklärt sein Sizilien

Leonardo Sciascia: Mein Sizilien
Leonardo Sciascia: Mein Sizilien

Leonardo Sciasia hat seine heimatliche Insel Sizilien nur für gelegentliche Reisen verlassen. Gewohnt hat er immer dort, wo er geboren wurde und aufwuchs. Das unterscheidet ihn von vielen anderen sizilianischen Künstlern und Schriftstellern wie Pirandello, Vittorini, Quasimodo, Guttuso oder Consolo. Lange arbeitete er sogar in Racalmuto als Lehrer in dem Ort, in dem sein Vater noch in den Salpeterminen arbeitete. Armut war ihm vertraut. Und sie prägte ihn auch dann noch, als er längst einer der wichtigsten italienischen Schriftsteller geworden war. „Leonardo Sciascia erklärt sein Sizilien“ weiterlesen

Enrique Vila-Matas fasziniert mit einem Roman über die Documenta

Enrique Vila-Matas: Kassel: Eine FiktionWenn ein Schriftsteller aus Barcelona in Kassel in einem chinesischen Restaurant weit ab vom Dokumenta-Trubel einfach nur sitzen und arbeiten soll, dann ist das ein ziemlich merkwürdiges Unterfangen. Wenn das Ganze als Aktion bei der Dokumenta gedacht ist, dann bestätigt das alle Vorurteile über den Kunstbetrieb. Das wirkt auf den ersten Blick nicht gerade so, alles könnte aus diesem Plot ein gutes Buch entstehen. Aber Enrique Vila-Matas, der echte Schriftsteller aus Barcelona, macht genau aus diesen Zutaten einen großen Roman über die Kunst. Und über die gesellschaftliche Relevanz von künstlerischen Großereignissen. „Enrique Vila-Matas fasziniert mit einem Roman über die Documenta“ weiterlesen

Fundstück im Antiquariat (6): Andreas Oppermann erinnert 1860 an Palermo

Die Vorbereitungen für eine Reise nach Palermo laufen. Dazu gehört wie immer die Suche nach Büchern über das Reiseziel. Diesmal findet sich im Antiquariat ein Buch, bei dem ich mehr als nur erstaunt bin. „Erinnerungen: Palermo“ heißt es. Und geschrieben hat es Andreas Oppermann. „Fundstück im Antiquariat (6): Andreas Oppermann erinnert 1860 an Palermo“ weiterlesen

In Breslau sind selbst Stadtmöbel etwas Besonderes

In Breslau überzeugt das Detail. Ob es die Zwerge sind oder der Umgang mit dem Brückenstahl, die Gelegenheit den öffentlichen Raum zu gestalten wird genutzt. Wie ernst die Stadt das nimmt, zeigt vor allem ein weiteres Detail. Wenn andernorts Kreuzberger Bügel als das Nonplusultra des Felgen freundlichen Fahrradständers gelten mögen, so wartet Breslau zwar mit dem gleichen Prinzip, aber mit formschönen Varianten auf. „In Breslau sind selbst Stadtmöbel etwas Besonderes“ weiterlesen

Breslauer Brücken-Stahl

So viel bunten Stahl gibt es selten. Wer in Breslau einen Spaziergang von gut eineinhalb Kilometern über die Oderinseln zur Dominsel macht, kann roten Stahl, grünen, Stahl und grauen Stahl sehen. Gelber Stahl prägt die Tiergartenbrücke und die Grunwaldbrücke zeigt sich in Blau. „Breslauer Brücken-Stahl“ weiterlesen