„Der neuzigste Geburtstag“ von Günter de Bruyn überzeugt

Günter de Bruyn: Der neunzigste GeburtstagGünter de Bruyn ist inzwischen 92 Jahre alt. Noch immer schreibt und veröffentlicht der große Schriftsteller aus Görsdorf bei Beeskow alle ein bis zwei Jahre ein Buch. In den vergangenen Jahrzehnten hat er vor allem Bücher über die preußische Geschichte, Literatur und Schlösser geschrieben. Doch das jüngste ist wieder ein Roman. „Der neunzigste Geburtstag“ ist ein Buch über das Zusammenwachsen Deutschlands, das Altern und über die Auswirkungen der Flüchtlingskrise 2015. „„Der neuzigste Geburtstag“ von Günter de Bruyn überzeugt“ weiterlesen

Zum 75. erscheinen die Erinnerungen von Rolf Henrich

Rolf Henrich: Aufbruch aus der VormundschaftHeute wird Rolf Henrich 75. Passend zu seinem Geburtstag ist gerade sein neues Buch „Ausbruch aus der Vormundschaft“ erschienen. Seinen runden Geburtstag sieht er allerdings nicht als Grund an. Rolf Henrich geht es mit seinen Erinnerungen um den 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution in der DDR. Als einer der Mitgründer des Neuen Forums und dessen Vertreter am Runden Tisch war er ein wichtiger Akteur in den turbulenten Monaten, die zum Untergang der DDR führten. Sein wichtigster Beitrag dazu war sicherlich sein im März 1989 bei Rowohlt in Hamburg erschienene Buch „Der vormundschaftliche Staat“, in dem er mit der DDR abrechnete. Als das entscheidende Lebensereignis Henrichs nehmen die Vorgeschichte und die Folgen auch den größten Teil der Erinnerungen ein. „Zum 75. erscheinen die Erinnerungen von Rolf Henrich“ weiterlesen

Der wunderbare Roman von Karen Duve über die junge Droste-Hülshoff

Die erste Liebe einer jungen Frau und die ersten Verletzungen durch Männer beschreibt Karen Duve in ihrem neuen Roman „Fräulein Nettes kurzer Sommer“. Diese Nette ist die Schiftstellerin und Komponistin Annette von Droste Hülshoff. Im 19. Jahrhundert schafft sie es, als erste Frau in Deutschland als Autorin anerkannt zu werden. Aber der Weg dahin war schwer.

„Der wunderbare Roman von Karen Duve über die junge Droste-Hülshoff“ weiterlesen

Wodka, Weiber, Wasserleiche – ein Krimi aus dem Oderland

Wer „Wodka, Weiber, Wasserleiche“ als Titel für einen Krimi wählt, will dem Leser wahrlich weiß machen, dass Wörter wunderbare Ware sind. Wahnhaft fast werden Worte wagnerhaft wundersam gefügt, um wieder und wieder wabernd im Stabreim zu wallen. Und wenn alles gut geht, wundert sich der werte Leser, dass er trotz wuchtiger Wortanfänge auch noch ein witziges Werk wahrgenommen hat.

„Wodka, Weiber, Wasserleiche – ein Krimi aus dem Oderland“ weiterlesen

Hans Joachim Schädlich folgt Felix und Felka Nussbaum durchs Exil

In den Nachrichten berichten sie von Schiffen voller Flüchtlingen, denen die Einfahrt in italienische Häfen verweigert wird. In der Hand liegt ein Buch, das davon erzählt, was Menschen passiert, die trotz Flucht und Exil statt in einem sicheren Hafen in einem Zug nach Auschwitz landen. „Felix und Felka“ von Hans Joachim Schädlich komprimiert die Fluchtgeschichte von Felix Nussbaum und seiner Frau Felka Platek. Die 192 Seiten machen traurig. Und nach dem Lesen bin ich fassungslos, weil in den Nachrichten gesagt wird, dass im vergangenen Monat 600 Menschen im Mittelmeer ertrunken sind. „Hans Joachim Schädlich folgt Felix und Felka Nussbaum durchs Exil“ weiterlesen

David Schalko zeigt Österreich in den Verstrickungen des 20. Jahrhunderts

David Schalko: Schwere KnochenEr heißt nur der Krutzler. Niemand spricht anders von dem Mann, der die Wiener Unterwelt zusammen mit seinen Freunden in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg beherrscht. Der Krutzler ist der, um den sich alles dreht. Er selbst hat so schwere Knochen, dass Leichtigkeit gar nicht zu ihm passt. Deshalb ist er auch im Zentrum – und seine Freunde, seine Geschäfte, seine Opfer drehen sich alle um ihn. Der Krutzler hat zwar Menschen auf dem Gewissen, aber vom Mordvorwurf wird er immer frei gesprochen. Denn er handelt nur aus Notwehr – selbst wenn die Notwehr gar keine ist. „David Schalko zeigt Österreich in den Verstrickungen des 20. Jahrhunderts“ weiterlesen

Die schöne Idee der Wulkower Leseabende

Lesekreis im Ökospeicher Wulkow (Foto: Henry-Martin Klemt)
Lesekreis im Ökospeicher Wulkow (Foto: Henry-Martin Klemt)

Seit einem Jahr treffen sich in Wulkow regelmäßig Menschen die gerne lesen. Vier von ihnen stellen jeweils ein Buch vor, erzählen vom Inhalt und lesen ausgewählte Passagen. Gut eine Viertelstunde haben sie dafür in der Reihe „Ich lese was, was Du nicht liest“ an diesen Freitagabenden Zeit. „Die schöne Idee der Wulkower Leseabende“ weiterlesen

Timm Beichelt erforscht Fußball und Macht

(Foto: Andreas Oppermann)Timm Beichelt liebt den Fußball. Er ist davon fasziniert davon, wie sehr dieses Spiel die Menschen begeistert. Und er versucht zu verstehen, wie es möglich ist, dass trotz Kommerzialisierung, Korruption und Kumpanei mit den Autokraten dieser Welt die Faszination für den Fußball stärker bleibt, als der Widerwillen gegen die miesen Seiten des Sports. Als Politikwissenschaftler hat er genau in dieser Diskrepanz einen spannenden Forschungsgegenstand gefunden. „Ersatzfeldspieler – Zum Verhältnis von Fußball und Macht“ ist das lesenswerte Ergebnis von Beichelts Begeisterung und Forschung. „Timm Beichelt erforscht Fußball und Macht“ weiterlesen

Burkhard Müller und Thomas Steinfeld entdecken Deutschlands erstaunliche Grenzen

Burkhard Müller kommt aus Unterfranken. Er ist in einer Region aufgewachsen, in der es bis zum Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation mehr Grenzen gab, als wahrscheinlich im gesamten heutigen Deutschland zusammen. Reichsunmittelbare Ritterschaften, freie Reichsstädte, Kloster-Besitz, das Bistum Würzburg, das Bistum Fulda und so weiter. Sein Kollege Thomas Steinfeld ist im Teutoburger Wald groß geworden, in Sennestadt. In dieser Stadt-Neugründung sollte eine ideale moderne Stadt realisiert werden. Deshalb war er schon früh mit der Grenze zwischen neu und alt, Alteingesessenen in den Nachbarkommunen und Vertriebenen in der Neugründung in Kontakt. Jetzt haben beide zusammen ein Buch geschrieben, in dem sie die deutschen Grenzen erkunden. „Burkhard Müller und Thomas Steinfeld entdecken Deutschlands erstaunliche Grenzen“ weiterlesen

„Das Blaue Buch“ von Erich Kästner dokumentiert das Dasein im Dritten Reich

Im Mai 1933 hat Erich Kästner verfolgt, wie Nationalsozialisten seine Bücher verbrannten. Die meisten anderen verbrannten Autoren waren da schon geflohen. Auch ihm wurde geraten Deutschland zu verlassen. Aber Erich Kästner blieb. Trotz Veröffentlichungsverbot, trotz der steten Gefahr verhaftet zu werden, ist er in Berlin geblieben. Er fasste den Vorsatz, den Roman über das Dritte Reich aus eigener Anschauung im Land Hitlers zu schreiben. Als Vorbereitung dafür führte er sein Tagebuch, das jetzt in Teilen als „Das Blaue Buch“ veröffentlicht wurde.

„„Das Blaue Buch“ von Erich Kästner dokumentiert das Dasein im Dritten Reich“ weiterlesen