Emilia Smechowski erlebt die Spaltung Polens

Im Herbst wird in Polen ein neues Parlament gewählt. Das große Thema dieser Wahlen ist die Spaltung der Gesellschaft. Wer für die regierende rechtskonservativ bis teilweise rechtsradikale PiS ist, tut sich schwer mit Liberalen zu sprechen. und umgekehrt. Aber warum ist das so? Warum können sich Liberale und Anhänger der PiS nicht ausstehen? Das hat die Berlinerin Emilia Smechowski ein Jahr lang untersucht und darüber ein Buch geschrieben, „Rückkehr nach Polen“ heißt es.

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Claudia Weber erinnert faszinierend an den Hitler-Stalin-Pakt

Es ist genau 80 Jahre her, dass sich Adolf Hitler und Jose Stalin auf einen Pakt verständigten. Am 23. August 1939 verbündeten sich die beiden brutalen Diktaturen, um Polen von der Landkarte zu tilgen. Offiziell handelte es sich um einen Nichtangriffs-Pakt. Aber im geheimen Zusatzprotokoll wurde viel mehr geregelt. Claudia Weber, Historikerin an der Viadrina in Frankfurt (Oder), hat jetzt ein Buch veröffentlicht, in dem sie aufzeigt, dass der Hitler-Stalin-Pakt die Voraussetzung zum Einmarsch der Wehrmacht in Polen war – und für eine fast zweijährige gute Zusammenarbeit zwischen Roter Armee und Wehrmacht. „Claudia Weber erinnert faszinierend an den Hitler-Stalin-Pakt“ weiterlesen

Brygida Helbig sucht ihre Heimat und entdeckt deutsch-polnische Schicksale

Europa ist in einem Ausmaß verworren, das der Einzelne oft kaum durchblicken kann. Zwar wird in allen Ländern so getan, als sei Nation und Land, als sei Bürger und Nationalität eine geradezu heilige Einheit. Aber wer sich etwas mehr Mühe gibt, wird in der Geschichte vieler Familien kreuz und quer über den Kontinent Zusammenhänge finden, die genau diese Einheit in Frage stellen – und damit auch das, was wir so leichthin Identität nennen. Brygida Helbig, eine Polin aus Stettin, die schon lange in Berlin lebt, hat das anhand ihrer Familiengeschichte getan. „Kleine Himmel“ ist die literarische Verarbeitung dieser verwirrenden Familiengeschichte aus Mitteleuropa, die in Galizien, Polen, Deutschland, der Ukraine und Kasachstan spielt. „Brygida Helbig sucht ihre Heimat und entdeckt deutsch-polnische Schicksale“ weiterlesen

Zum 65. Geburtstag streunt Karl-Markus Gauß durch sein Zimmer

Karl-Markus Gauß: Abenteuerliche Reise durch mein ZimmerKarl-Markus Gauß wird heute 65 Jahre alt. Kurz zuvor ist sein neues Buch erschienen. In einem Alter, in dem die meisten Menschen zum Rentner werden, blickt auch er zurück. Aber er macht das nicht in einer autobiografischen Erzählung, in der aus Ereignissen die passende vergangene Zukunft konstruiert wird. Gauß schaut sich vielmehr in seiner Wohnung um und destilliert aus Gegenständen eine Vergangenheit, die ihn selbst und seine Familie vor allem in einen europäischen Kontext stellt. Was sich jetzt vielleicht etwas konstruiert und anstrengend liest, ist aber ein fröhlicher Genuss. Denn Gauß entführt den Leser Seite um Seite in (Gedanken-) Welten, die anregend und vor allem den eigenen Blick erweiternd sind. „Zum 65. Geburtstag streunt Karl-Markus Gauß durch sein Zimmer“ weiterlesen

Marcus Jeroch jongliert im BKA Erkenntnis ins Hirnp

Wenn Marcus Jeroch die Texte und Gedichte von Friedhelm Kändler oder Ernst Jandl spricht, zitiert, rezitiert und geradezu verbal jongliert, dann ist das Publikum im BKA hingerissen zwischen Staunen und Lachen. Was der schmale Mann auf seiner Bühne an Worten hervorbringt, steckt voller Blödsinn und Humor, Erkenntnis und tieferem Sinn. „Marcus Jeroch jongliert im BKA Erkenntnis ins Hirnp“ weiterlesen

Manfred Maurenbrecher schreibt mit Grünmantel eine Uckermark-Satire

Manfred Maurenbrecher: Grünmantel

Die einen wollen Natur und Landschaft schützen, die anderen wollen von ihr leben. Das ist ein alter Konflikt, der überall ausbricht, wo Städter aufs Land ziehen, um die Ruhe zu genießen. Manfred Maurenbrecher hat sich diese Konstellation in etlichen Varianten vorgenommen und in „Grünmantel“ angesiedelt. Der fiktive Ort liegt in der Uckermark und so prallen hier Ost und West, Stadt und Land, Vergangenheit und Gegenwart aufeinander. „Manfred Maurenbrecher schreibt mit Grünmantel eine Uckermark-Satire“ weiterlesen

Eine Reise durch Polen entlang einer vergessenen Grenze

Grenzen sind unverrückbar. Nach fast 75 Jahren Frieden in Europa – oder zumindest in dessen größtem Teil – ist dies für viele Europäer eine Gewissheit. Und doch haben sich gerade in Europa die Grenzen immer wieder verschoben. Ganz besonders häufig im Raum zwischen Elbe und Memel. Im Mai 2018 entdeckten Studenten der Viadrina in Frankfurt (Oder) eine Grenze, die es nicht mehr gibt: die zwischen Deutschland und Polen der Jahre 1918 bis 1939. „Eine Reise durch Polen entlang einer vergessenen Grenze“ weiterlesen

„Der neuzigste Geburtstag“ von Günter de Bruyn überzeugt

Günter de Bruyn: Der neunzigste GeburtstagGünter de Bruyn ist inzwischen 92 Jahre alt. Noch immer schreibt und veröffentlicht der große Schriftsteller aus Görsdorf bei Beeskow alle ein bis zwei Jahre ein Buch. In den vergangenen Jahrzehnten hat er vor allem Bücher über die preußische Geschichte, Literatur und Schlösser geschrieben. Doch das jüngste ist wieder ein Roman. „Der neunzigste Geburtstag“ ist ein Buch über das Zusammenwachsen Deutschlands, das Altern und über die Auswirkungen der Flüchtlingskrise 2015. „„Der neuzigste Geburtstag“ von Günter de Bruyn überzeugt“ weiterlesen

Zum 75. erscheinen die Erinnerungen von Rolf Henrich

Rolf Henrich: Aufbruch aus der VormundschaftHeute wird Rolf Henrich 75. Passend zu seinem Geburtstag ist gerade sein neues Buch „Ausbruch aus der Vormundschaft“ erschienen. Seinen runden Geburtstag sieht er allerdings nicht als Grund an. Rolf Henrich geht es mit seinen Erinnerungen um den 30. Jahrestag der Friedlichen Revolution in der DDR. Als einer der Mitgründer des Neuen Forums und dessen Vertreter am Runden Tisch war er ein wichtiger Akteur in den turbulenten Monaten, die zum Untergang der DDR führten. Sein wichtigster Beitrag dazu war sicherlich sein im März 1989 bei Rowohlt in Hamburg erschienene Buch „Der vormundschaftliche Staat“, in dem er mit der DDR abrechnete. Als das entscheidende Lebensereignis Henrichs nehmen die Vorgeschichte und die Folgen auch den größten Teil der Erinnerungen ein. „Zum 75. erscheinen die Erinnerungen von Rolf Henrich“ weiterlesen

Marta Kijowska beantwortet die Frage: Was ist mit den Polen los?

Die Frage haben sich in den vergangenen drei Jahren viele Freunde Polens gestellt: „Was ist mit den Polen los?“ Marta Kijowska stellt sie sich auch und versucht sie für sich und uns zu beantworten. Gut 100 Jahre nach der staatlichen Neugründung 1918 macht sich die Autorin, Übersetzerin und Journalistin auf einen aufschlussreichen Weg durch die jüngere Geistes- und Kulturgeschichte des wichtigsten östlichen Nachbarn Deutschlands. Dabei spielt die PiS, die aktuell regierende nationalkonservative bis nationalistische Partei zwar ein wichtige, aber nicht dominierende Rolle in Kijowskas „Porträt einer widersprüchlichen Nation“ – so der Untertitel. „Marta Kijowska beantwortet die Frage: Was ist mit den Polen los?“ weiterlesen