Fundstücke aus meinem Rucksack (4) – USB-Sticks

USB-Sticks aus meinem Rucksack
USB-Sticks aus meinem Rucksack

Der alte Rucksack ist schon nicht mehr im Einsatz. Ich habe ihn vollkommen geleert. Und dabei auch diese USB-Sticks gefunden. Sie sind ein netter Überblick dienstlichen Geschehens in den vergangenen drei bis vier Jahren.

Der größte Stick hat die kleinste Kapazität. Er stammt auch vom kleinsten Unternehmen, der Lausitzer Verlagsservice GmbH, einer Tochter der Lausitzer Rundschau, in der die günstigeren Arbeitnehmer eingestellt werden. 20cent ist da auch erschienen. So wie sich der Firmennamen abgewetzt hat, verblasst auch die Zeit bei der ambitionierten und vollständig unterfinanzierten Zeitung. Nur der Zusammenhalt mit den Kolleginnen und Kollegen von damals ist nach wie vor recht eng.

Südwest Presse und Vorarlberger Nachrichten erinnern an zwei Dienstreisen nach Ulm und Schwarzach zu einem netten Medienstammtisch. Der trifft sich, um unabhängig von Ressort-, Redaktions- oder Verlagsstrukturen über neue Produkte und Konzepte nachzudenken. Im hektischen Alltag kommt das ja immer zu kurz. Und so sind solche Ausflüge nicht nur für phantastische Schlittenfahrten im Anschluss oder wunderbares Essen in urigen Wirtschaften gut, sondern vor allem auch, um das Hirn für Neues zu öffnen.

Einige Fragen stellen sich aber angesichts der USB-Sticks: Was ist da eigentlich drauf? Warum sammeln sie sich alle im Rucksack und nicht in der Schreibtisch-Schublade? Und lohnt es sich überhaupt, Sticks mit sagenhaften 256 MB aufzuheben? Und wenn nicht, wie entsorgt man USB-Sticks fach- und sachgerecht? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich die positiven Erinnerungen an all die dienstlichen Erlebnisse auf der grauen Festplatte hinter der Brille gespeichert habe.

Weitere Fundstücke aus meinem Rucksack:
GPRS-Modem
Ein Button
Blasenpflaster

17 Hippies machen Musik mit Tradition

17 Hippies
17 Hippies

„El dorado“ heißt das neue Album der 17 Hippies aus Berlin. 20cent hat sich mit Sängerin Kiki Sauer (43) über die Musik der Hippies und das neue Album unterhalten.

Die 17 Hippies waren gerade in den USA auf Tour. Wie kommt die Band da an?

Super. Amis haben schon viel gesehen. Sie haben keine Scheu vor genreübergreifenden  Sachen. Das, was wir machen, kennen sie noch nicht – vor allem unsere Energie auf der Bühne.

Gibt es auch Widerstand, weil Deutsche versuchen, jüdische Traditionen zu beleben?

Das haben wir bisher nicht erlebt.

Und wie ist es in anderen Ländern, in Frankreich?

Frankreich hat viele Bands, die ähnliche Musik wie wir machen. Im Gegensatz zu uns  Deutschen leben die Franzosen eine Tradition, auf die sie stolz sind. Jedes Dorf hat eine Band, die bei Festen für Party sorgt.

Was ist in Deutschland anders?

Unsere Tradition ist gebrochen. Wir können keine deutsche Volksmusik spielen. Das will keiner hören. Jedes Land braucht eigentlich seine Volksmusik, um sich zu identifizieren.  Bei den Deutschen ist das abgeschnitten worden. Mittlerweile lässt das nach.

Woran liegt das?

Zum Beispiel an Berlin. Berlin ist der Hotspot in Europa. Egal, wo wir hinkommen, ob wir in Montreal oder in Chicago spielen, alle wollen, dass wir von Berlin erzählen, weil es so toll sein soll. Auch in Frankreich ist Berlin ganz wichtig.

In Deutschland gibt es auch andere Bands wie La BrassBanda aus Bayern, die traditionelle Musik mit Balkanbeats kombinieren.

Die Hälfte der Band kommt aus der Rockmusik. Wir wollten eigentlich was anderes machen. Doch dann haben wir uns akustische Instrumente zugelegt. Und versucht, etwas
anderes, etwas Neues zu machen.

Wie entsteht aus unterschiedlichen Einflüssen ein Album?

Wir sind halt wir. Ich stelle mir das immer vor wie einen großer Topf. Da wird immer was reingeschüttet. Und umgerührt. Eigentlich ist es egal, aus welcher Tradition die Idee kommt, wenn wir es spielen, klingt es nach Hippies.

Wo kommen die Ideen her?

Eine Band, die so viel tourt – auch weltweit, nimmt viele Einflüsse auf. Jetzt waren wir in Amerika, im Herbst in China, im Mai in Algerien. Dazu kommt immer Europa mit
Frankreich, Spanien und ganz neu auch England. Dabei sind wir lang zusammen. Das führt dazu, dass wir wie eins denken. Wenn einer ein Stück schreibt oder wir Stücke von außerhalb – aus Polen oder Russland – dazunehmen, müssen wir etwas damit anfangen können. Dann wird es gut.

Wenn ich Ihre Stimme höre, tauche ich in Melancholie ein.

Ja, das ist meine zweite Seite. Ich weiß auch nicht, woher das kommt. Ich empfinde das meist dann gar nicht so melancholisch, wie es rüberkommt.

Dieses Interview mit Kiki Sauer ist am 5. Februar 2009 in 20cent erschienen.

Erhart Neuberts großes Buch über die friedliche Revolution

Erhart Neubert: Unsere Revolution
Erhart Neubert: Unsere Revolution

Erhart Neubert hat ein Buch geschrieben, das es in sich hat. Als einer der wichtigen Akteure der friedlichen Revolution hat er Geschichte geschrieben. Jetzt schreibt er als Historiker diese Geschichte auf. Das gelingt ihm hervorragend.

Sein Blick beleuchtet die Basisgruppen in den DDR-Bezirken genauso wie die große Politik. Und er selbst bringt sich ebenfalls ein. Dabei entsteht eine packende Wende-Geschichte, die sehr genau ist – und die Kraft, den Mut und die Entschlossenheit der Akteure aufzeigt.

Aber auch die Rückschläge und die Verzagtheit ganz vieler. Das Buch hat das Zeug zum Standardwerk. Es ist ein Muss, für alle die das Jubiläumsjahr 2009 ernst nehmen.

Erhart Neubert: UNSERE REVOLUTION – DIE GESCHICHTE DER JAHRE 1989/90. PIPER, 24,90 EURO

Diese Rezension ist am 27. Dezember 2008 in 20cent erschienen.

Ingo Schulzes Adam und Evelyn ist ach aus Hörbuch fein

Ingo Schulze: Adam und Evelyn
Ingo Schulze: Adam und Evelyn

Die Flucht über Ungarn und die Ankunft in der Bundesrepublik stehen im Mittelpunkt des Buches „Adam und Evelyn“ von Ingo Schulze. Matthias Brandt hat den Roman für die große Hörfunkfassung gelesen.

Schulze erzählt eine neue Version der Geschichte von Adam und Eva. Die heißt hier Evelyn und verführt den Damenschneider Adam mit der Freiheit. Die Erkenntnis
der Vielfalt wirft den netten Menschen Adam aus der Bahn. Natürlich spielen die Verwirrungen der Liebe auch eine wichtige Rolle.

Ingo Schulze schafft es, ein präzises und packendes Zeitbild aus der Wendezeit zu zeichnen. Matthias Brandt liest das alles sehr exakt, nur bei den Frauenstimmen manchmal etwas zu affektiert.

Ingo Schulze: ADAM UND EVELYN. 7 CDS GELESEN VON MATTHIAS BRANDT. HÖRVERLAG, 30 EURO

 

Volker Brauns Flick kann das Arbeiten nicht lassen

Volker Braun: Machwerk oder Das Schichtbuch des  Flick von Lauchhammer
Volker Braun: Machwerk oder Das Schichtbuch des Flick von Lauchhammer

Die Idee von Volker Brauns neuem Roman ist pfiffig. Ein Vorruheständler zieht als Schelm der Arbeit durch die Niederlausitz. Doch die Umsetzung ist schwerfällig, die Sprache sperrig und der Humor oftmals zu verschwurbelt.

Sein neues Buch soll ein Volksbuch werden. Das hat Volker Braun vor wenigen Tagen gesagt. Er hofft, dass es von den breiten Massen gelesen wird. Doch dieser Wunsch wird ein unerfüllter bleiben. Denn dazu ist der Text viel zu schwerfällig.

Eigentlich ist Braun ein Lyriker. Das ist auf jeder Seite von „Machwerk oder Das Schichtbuch des Flick von Lauchhammer“ zu spüren. Jeder möglichen schwerwiegenden Bedeutung eines Worts hechtet der Dichter hinterher. Dadurch zerstört er den Lesefluss und landet nur allzu oft auf der Nase. Denn nicht jede von ihm imaginierte Tiefsinnigkeit ist tatsächlich bedenkenswert.

Im Roman geht es um Flick, den Mann im Vorruhestand, der einst die großen Bagger im  Tagebau reparierte. Jetzt steht er auf dem Abstellgleis, will sich damit aber nicht abfinden. Zusammen mit seinem Enkel, einem Nichtsnutz, der weder Lust auf Bildung noch auf  Arbeit hat, zieht er von Kapitel zu Kapitel durch die Lausitz und Berlin.

Flick nimmt jede Arbeit an. Er kann sich nur als arbeitenden Menschen denken. Der Systemwechsel und die Rationalisierung in der Kohle hat ihm seiner Bedeutung beraubt. Jetzt ist er arbeitslos. Doch Flick packt noch immer an. Ob als Ein-Euro-Jobber oder bei
einem Theaterprojekt mit Arbeitslosen. Das macht den Flick teilweise sogar sympathisch. Anderseits ist er aber ein dummer Einfaltspinsel, der bei seinem Kampf gegen die Windräder der Gegenwart nicht in der Lage ist dazuzulernen.

Flicks Enkel wird von Braun zudem als fauler, blöder Jugendlicher dargestellt. Allerdings ist er nach Ansicht des Erzählers dafür nicht verantwortlich, sondern die Gesellschaft. Ein Traum von sozialistischer Arbeitsethik wabert da bei Braun mit. Einer Ethik, die aber  offensichtlich dazu führte, dass Opa Flick wie ein Narr durch die Lausitz stolpert und nicht in der Lage ist, sich selbst als Mensch zu begreifen. Sondern nur als Arbeiter. Da stellt sich doch ernsthaft die Frage, was für eine unsinnige Botschaft Volker Braun verkünden will!

VOLKER BRAUN: MACHWERK ODER DAS SCHICHTBUCH DES FLICK VON LAUCHHAMMER. S. FISCHER, 19,80 EURO.

Diese Rezension ist a 27. Dezember 2008 in 20cent erschienen.  

Dieter Thomä feiert den modernen Helden – den Vater

Dieter Thomae: Väter
Dieter Thomae: Väter

Bücher über das Selbstverständnis von Vätern boomen gerade. Doch die meisten sind allenfalls witzig, wenn sie den Alltag beschreiben.

Dieter Thomäs Väter sind eine  Ausnahme. Denn Thomä untersucht das Vater-Bild seit der Aufklärung. Er macht verständlich, weshalb so viele Männer sich überfordert fühlen, wenn sie Väter werden. Sie können den Rollenbildern vom Ernährer der Familie, vom gerechten aber unangefochtenen Haupt der Familie nicht gerecht werden. Und wollen es auch nicht, wenn sie sich als Partner der Kinder verstehen.

Dieses Dilemma hat Thomä immer im Blick. Sein Wissen um die Veränderung des Rollenbildes Vater ist für aktuelle Väter eine Hilfe – und ein Mutmacher.

Dieter Thomä: VÄTER – EINE MODERNE HELDENGESCHICHTE. HANSER,
24,90 EURO

 

Judith Joy Ross fotografiert die Gesichter der US-Kriege

Judith Joy Ross: Living with war
Judith Joy Ross: Living with war

Der Krieg und die Menschen in den USA ist das Motto der Arbeit von Judith Joy Ross. Living with war enthält ausschließlich ganzseitige Porträts in Schwarz-Weiß, in denen sich das ganze Drama des Krieges zeigt.

Begonnen hat Judith Joy Ross mss mit Fotos am Denkmal für die Vietnam-Gefallenen. Kurz nach der Einweihung hat sie Besucher gefragt, ob sie sich von ihr mit ihrer altertümlichen Großbildkamera ablichten lassen. Was sie dann auf den Film gebannt hatte, waren keine einfachen Porträts. Angesichts des Denkmals, in dem sämtliche Namen der fast 60.000 gefallenen US-Soldaten eingraviert sind, hat sie Trauer und Entsetzen über die Unfassbarkeit des kriegerischen Todes eingefangen.

1990 konzentrierte sich Ross auf Reservisten der US-Army, die sich gerade freiwillig gemeldet hatten. Aus dem Buch blicken uns Menschen an, die ihre Uniformen bekommen haben. Menschen, die verkleidet wirken. Die Mischung aus Erschrecken und Stolz, aus
Unsicherheit und Entschlossenheit offenbart die seltsame Macht, die von Uniformen ausgeht. Und das genau in dem Moment, in dem die USA im ersten Golfkrieg standen
und Saddam Hussein aus Kuwait verjagten. Während die Reservisten zu Hause in die ungewohnte Militärkleidung schlüpften, wurden die gleichen Kleidungsstücke von
aktiven Soldaten mitten in einem Krieg getragen.

In den Jahren 2006 und 2007 schließlich fängt Ross Gesichter von Menschen ein, die in den USA gegen George W. Bushs Irak-Krieg demonstrieren. Junge Männer und Frauen, gesetzte Priester und ehemalige Soldaten zeigen die Zweifel und die Enttäuschung, sich gegen die eigene Regierung, gegen die kämpfenden Soldaten im Irak stellen zu müssen. Einigen Demonstranten ist der innere Kampf anzusehen. Sie selbst haben wohl George W. Bush gewählt. Jetzt fühlen sie sich belogen. Und deshalb gehen sie auf die Straße, obwohl das wirken könnte, als fallen sie der eigenen Armee in den Rücken.

Ohne auch nur einen Toten zu zeigen, gelingt es Ross nur durch ihre eindringlichen  Porträts, die menschliche Tragweite des Krieges zu zeigen. In den Gesichtern spiegelt sich das alles. Diese Fotos lösen nur durch Betrachten beim Betrachter intensive Gefühle aus.
Und Faszination darüber, welche Kraft in vermeintlich einfachen Fotos stecken kann.

Sarah Wiener entdeckt die Küche für uns

Sarah Wiener, Quelle: pr
Sarah Wiener, Quelle: pr

Sarah Wiener (46) ist gern unterwegs. Schon mit 17 trampte sie quer durch Europa. Ihre Leidenschaft Kochen hat sie zum Beruf gemacht. Für den Sender arte war sie kreuz und quer durch Frankreich unterwegs, um im Land der Feinschmecker bei herausragenden
Köchen deren Rezepte kennenzulernen. Dabei musste sie Tiere schlachten, Käse machen und Weintrauben pressen.

Frau Wiener, wo schmeckt es besser? In Österreich oder Frankreich?

So pauschal kann man das natürlich nicht sagen! Ich komme aus Österreich und liebe die
österreichische regionale Küche sehr – die österreichische Mehlspeisenküche hat  Weltklasse und ist meiner Meinung nach ungeschlagen. Andererseits ist Frankreich ein so vielfältiges und klimatisch unterschiedliches Land, dass wirklich jeder etwas finden kann, was er liebt. Besonders natürlich auch alles, was aus dem Meer kommt.

Warum? Wird die österreichische Küche nicht unterschätzt?

Österreich ist ein kleines Land. Die Küche hat aber einen sehr guten Ruf – und das zu Recht.

Aber mit Arte waren Sie in ganz Frankreich unterwegs, um zu kochen. Welche Aufgabe war die schwerste?

Die Tiere zu schlachten, hat mir schon etwas zu schaffen gemacht – und manchmal das  frühe Aufstehen, um dann körperlich hart zu arbeiten, wie auf dem Fischkutter oder Käse herzustellen.

Vielen Leuten sind Innereien ein Gräuel. Wie erklären Sie denen, dass zwischen Leber und  Herz echte Leckereien stecken?

Einfach probieren – und dann nochmal.

Gibt es etwas, vor dem Sie sich richtig ekeln?

Verdorbenes Fleisch und lebendige Tiere hinunterzuwürgen.

Was ist der Unterschied zwischen den beiden Büchern „Meine kulinarische
Reise durch Frankreich“ und „Frau am Herd“?

Das erstere ist ein Reisebericht mit allen französischen Rezepten und meinen eigenen Erfahrungen. Das letztere ist ein reines Kochbuch mit Warenkunde, quer durch Europa, mit den unterschiedlichsten Rezepten, die ich alle sehr mag und die relativ gut  nachkochbar sind.

Und auf was sollten wir alle beim Einkaufen Ende November unbedingt achten?

Worauf Sie auch in den anderen Monaten achten sollten: Frische, Saisonalität wenn möglich, kleine Produzenten und Fleisch aus artgerechter Tierhaltung.

 

Dieses Interview ist am 28. November 2008 in 20cent erschienen.


Jochen Arbeit lädt zum Träumen ein

Jochen Arbeit: Arbeit
Jochen Arbeit: Arbeit

Kammermusik für Rock-Instrumente könnte als  Untertitel unter Jochen Arbeits Soloalbum stehen. Der Gitarrist der Einstürzenden Neubauten (seit 1997) und früher bei „Die Haut“ hat auf seinem Album Musikstücke versammelt, die eigentlich für Film, Theater oder Werbung geschrieben wurden.

Eigentlich waren die Stücke dazu gedacht, zusammen mit ganz bestimmten Bildern gehört zu werden. Jetzt, wo die Töne nackte Musik sind, entfalten die Tracks eine eigene  Faszination. Die Bandbreite reicht von Sounds, die an Philip Glas erinnern bis hin zu elektronischen Fantasien. Wer die Augen schließt und nur einen Funken Fantasie hat, dem werden sich sehr schnell eigene Bilder vor dem inneren Auge formen.

Gerade die minimalistischen Stücke wie „Burlesque“ entfalten durch die steten  Wiederholungen der Melodienbögen diese Kraft, die Fantasie anzuregen. Ganz in der Tradition der „Einstürzenden Neubauten“ nutzt Jochen Arbeit nicht nur Instrumente.
Er erzeugt auch Klänge, die den normalen Musikbegriff erweitern. Etwa wenn im „Piece für Adidas“ aus einem Hauch langsam ein Klangbild entsteht, das die Waage zwischen  Anspannung und Ruhe hält.

Diese Rezension ist am 4. November 2008 in 20cent erschienen.

Je jünger um so besser das Debüt: Sonya Kitchell

Sonya Kitchell
Sonya Kitchell

Sie war 16 Jahre alt, als sie ihr Debüt veröffentlichte: Sonya Kitchell. Inzwischen ist sie schon 18 – und bringt ihr Album „Words Came Back To Me“ endlich auch in Deutschland auf den Markt. Jetzt steht dieses erstaunliche Werk auch in Deutschland in den Plattenläden. Zwar haben auch Joss Stone (30), Norah Jones (28) und vor allem Katie Melua (22) schon sehr jung Platten aufgenommen und dennoch mit wunderbaren Stimmen überzeugt.

Doch Sonya Kitchell singt nicht nur grandios, sie hat ihre Texte und Lieder auch alle selbst geschrieben. „Words Came Back To Me“ besticht durch einen feinen akustischen Sound, der mit Elementen aus Jazz, Rhythm’n’Blues, Pop, Folk und Roots-Musik spielt. Die einfühlsame, zwischen Melancholie und Wärme schwankende Stimme von Sonya Kitchell ist das optimale Medium, um ihre in den Texten verarbeiteten Gedanken, Sorgen und Gefühle zu transportieren.

Was sie da singt, hat nichts mit Teenie-Gedöns zu tun. Sonya Kitchell setzt sich in ihren Texten genauso erstaunlich reif mit der Welt auseinander, wie sie ihre Musik schreibt und interpretiert. Von der jungen Amerikanerin werden wir hoffentlich noch viel hören.

Diese Rezension ist am 5. Mai 2007 in 20cent erschienen.