Nachwuchstraining der Hertha ein Tag nach Düsseldorf

Es wird der Adobe Flash Player benötigt und im Browser muss Javascript aktiviert sein.

 

Am Tag nach dem Relegationsspiel in Düsseldorf türmen sich die Wolken über dem Olympiapark. Der Wind peitscht sie weiter, schafft Platz für Sonnenstrahlen, die den Nachwuchsspielern Wärme spenden. Aber nur kurz. Der harte Wind aus Westen treibt die nächsten Wolkengebirge heran, im Laufe von 90 Minuten werden sie immer bedrohlicher. Regentropfen fallen. Aber das Training läuft weiter. Die Nachwuchsarbeit wird nicht gestoppt. Egal, wie düster die Aussichten auch sind.

 

Posted in Sport | Tagged , , , , , , | Leave a comment

Halbzeit beim Spargel

Spargel

Spargel

 

Fein locken die Spitzen des Spargels, kräftig die Schäfte.

Der Geschmack breitet sich schon beim Schälen aus. Als feine Tropfen dringen sie in die Nase ein, andere verkleben die Brille.

Leicht bissfest schmeckt er am besten. Nicht nur als Beilage zu Kartoffeln, Schnitzel und Spargel. Ganz fein ist er in einer Soße zusammen mit Schinken und Tomaten zu Nudeln.

Und am besten, immer wieder, die Suppe aus den Resten, aus der Schale. Spargelsuppe! Mit einem kräftigen Schuss Weißwein.

Jetzt ist Halbzeit. Also ab an den Herd. Und alles ausprobieren, was die Stangen hergeben.

Posted in Leben | Tagged , , , | Leave a comment

Penderecki über seine Bäume, seine Musik und Deutschland

Krzystof Penderecki

Krzystof Penderecki

Krzysztof Penderecki, Sie erhalten den Viadrina-Preis für deutsch-polnische Verständigung. Welche Bedeutung hat diese Auszeichnung für einen Mann, der schon so viele Ehrungen erhalten hat? Der Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, der Mitglied der Akademie der schönen Künste Bayerns ist, der in den USA, in China ausgezeichnet worden ist. Was bedeutet so ein Preis aus Frankfurt (Oder)?

Sehr viel. Ich habe mich das ganze Leben um Verständigung zwischen Polen und Deutschland bemüht. Ich habe vier Jahre in Deutschland gelebt. Ich habe, vielleicht, viele hundert Konzerte dort gehabt. Aber was wichtiger ist: Fast die Hälfte meiner Konzerte ist für deutsche Auftraggeber geschrieben worden.

Es ist sehr interessant, dass ein Mann, der 1933 in Ostpolen geboren wurde, der den zweiten Weltkrieg, der die Schrecken des Krieges auch in der eigenen Familie erlebt hat, ausgerechnet Deutsch lernte.

Mein Großvater war ein Deutscher. Er hat mit mir, aber daran kann ich mich nicht mehr erinnern, vor dem Kriege Deutsch gesprochen. Aber als die Deutschen kamen, wollte er plötzlich kein Wort Deutsch mehr sprechen. Ich habe dann alles verlernt. Aber ich dachte dann, dass man das überwinden muss. Man kann nicht das ganze Leben nur vom Hass leben. Als ich nach Deutschland kam, habe ich dann ganz viele positive Deutsche kennengelernt.

Sie waren Anfang 30, als Sie 1966 nach Essen kamen. Dort hatten Sie einen Lehrauftrag für Komposition an der Folkwang-Hochschule für Musik. Wie war es für Sie als jungem Polen ins Land der Täter zu kommen?

In Polen war es in den 50er- und 60er-Jahren sehr schwer zu leben. Man durfte nicht reisen und war vom westlichen Teil Europas total abgeschlossen. Ich wollte unbedingt für einige Zeit weg. Als ich diesen Lehrauftrag aus Essen bekam, akzeptierte ich sofort. Für meine Frau und mich war das eine freie, neue Welt. Im Grunde genommen habe ich sehr schnell vergessen, was zwischen Deutschen und Polen geschehen ist. Vor allem, weil ich viele, sehr positive Menschen kennenlernte. Ich war sehr dankbar für die Hilfe. Meine Frau und ich haben versucht etwas für die deutsch-polnischen Beziehungen zu machen.

Ende der 60er-Jahren waren Sie dann dank des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in West-Berlin. Sie waren wieder in der Bundesrepublik und nicht in der DDR. Es hätte doch näher gelegen, dass ein polnischer Komponist in den sozialistischen Bruderstaat DDR geht.

Wissen Sie, in der DDR war Avantgarde noch massiver verboten als in Polen.  Avantgarde war in Polen bis Mitte der 60er-Jahre verboten. Aber in der DDR war sie total verboten und sie wurde nicht gespielt. Meine Werke waren in der DDR anfangs verboten. Deshalb bin ich dort nicht hingegangen.

Als Avantgardist haben Sie mit allen Traditionen gebrochen. Sie haben ganz neue Töne versucht zu finden und gefunden. Dann ist die Avantgarde in den Hintergrund getreten und Sie haben sich wieder verstärkt einer zugänglicheren Musik zugewandt. Was war dafür der Grund?

Ich glaube, alles was ich zu sagen hatte, hatte ich schon gesagt. In den 60er-Jahren habe ich mehrere Werke geschrieben. Ich glaube, was ich damals geschrieben habe, war schon Musik, die man damals nicht weiterentwickeln konnte. Ich habe in kurzer Zeit 20 Werke geschrieben und wollte mich nicht wiederholen.

Diese Werke setzten sich mit großen Stoffen auseinander. Sie haben sich mit den Opfern von Hiroshima auseinandergesetzt. Sie haben über die Opfer von Auschwitz geschrieben, später dann über den 11. September. Das sind alles historische Tragödien. Aber es gibt kein Stück über den Fall der Mauer, den Niedergang des Ostblocks, obwohl sie selbst von dort kommen.

Nein, ich wollte keine Musik schreiben, die für jede Tragödie, jede Veränderung wie dem Fall der Mauer zu verwenden ist. Ich habe aus großer Überzeugung Werke wie die über die Opfer von Hiroshima und Auschwitz geschrieben. Aber ich schreibe keine Chronik. Es sind Themen, die mich packen. Ich habe ein Stück geschrieben, das polnische Requiem. Das reicht.

Sie leben in Krakau vor den Toren der Stadt und gehen einem interessanten Hobby nach: Sie sammeln Bäume. Wie kommt man darauf Bäume zu sammeln? Und wir reden hier nicht von zwei oder drei Bäumen, sondern von  1700 unterschiedlichen Baumarten, die schon auf ihrem Land gepflanzt wurden!

Das wurde eigentlich mein zweiter Beruf. Angefangen hat es mit meinem Großvater. Bei ihm musste ich alle Bäume auf Latein benennen, was ich damals nicht wollte. Er hatte eine Liebe zu den Bäumen, die ich erbte. Vielleicht ist es genetisch bedingt. Sein Vater, mein Urgroßvater war Förster. Vor mehr als 40 Jahren habe ich ein Stück Land gekauft und sofort Bäume gepflanzt, bis kein Platz mehr war. Dann habe ich weiteres Land gekauft und noch mehr Bäume gepflanzt.

War das Zufall oder folgen Sie einem Plan?

Ich habe viele Bücher studiert und daraus habe ich einen Plan für meinen Park entwickelt. Jetzt sind 1700 Arten, oder auch mehr, auf 30 Hektarn gepflanzt. Ich pflanze jedes Jahr 50 bis 100 Arten. Ich suche diese Arten in aller Welt. Früher habe ich sie geschmuggelt. Heute sind diese Bäume 20 Meter hoch. Das ist eine Passion, die man nicht erklären kann.  Der eine sammelt Briefmarken und der andere Bäume. Das ist schon eine Verrücktheit.

Den Bäumen wird diese Liebe zum Wald nachgesagt. Ihre achte Sinfonie beschäftigt sich mit der Romantik. Ist da eine Ader in Ihnen, die mit Bäumen ausgelebt wurde und jetzt verstärkt in der Politik?

Ja, die achte Sinfonie wurde eigentlich für meine Bäume geschrieben. Da ich vor allem in der deutschen Literatur viele wunderbare Dichter fand, die über Natur und Naturphilosophie schreiben, Rilke und Goethe und viele andere. Das hat mich fasziniert. Das Stück ist jetzt etwas länger als eine Stunde. Aber vielleicht werde ich es noch verlängern.

Gibt es etwas, worauf Sie ich freuen, wenn Sie nach Frankfurt (Oder) kommen?

Das ist die Geschichte dieser Universität, die im frühen 16. Jahrhundert gegründet wurde. Schon damals studierten viele Ausländer, vor allem Polen, aber auch Dänen und Schweden. Das ist ein besonderer Ort.  Es freut mich, dass ich dort einen Preis bekomme.

Mehr dazu:
Das Interview zum Hören steht bei Inforadio online…
Mein erster Eindruck vom Besuch bei Krzysztof Penderecki…

Posted in Geschichte, Leben, Musik | Tagged , , , , , , , , , , , , , , | Leave a comment

Das Laga-Gelände in Prenzlau

Es wird der Adobe Flash Player benötigt und im Browser muss Javascript aktiviert sein.

 

Ein Jahr vor der Landesgartenschau in Prenzlau tut  sich viel auf dem Gelände an der Stadtmauer unweit des Uckersees.

Posted in Bilder | Tagged , , , , , | Leave a comment

T.C. Boyle erheitert mit einem Roman über fanatische Tierschützer

T.C. Boyle: Wenn das Schlachten vorbei ist

T.C. Boyle: Wenn das Schlachten vorbei ist

Wenn jemandem wirklich kein sinnvolles Argument mehr einfällt, dann kommt bestimmt der Spruch vom “Gutmenschen”. Erstaunlich viele, eigentlich intelligent wirkende, Menschen gefallen sich in der Attitüde, sich über andere lustig zu machen, die mehr Gerechtigkeit, weniger Umweltzerstörung oder eine Gesellschaft ohne Rassismus wollen zu diffamieren. Und das, wo es doch gar nicht so schlecht ist, wenn der Mensch gut statt böse ist.

T.C. Boyle hat in seinem neuen Roman Tierschützer und staatliche Naturparkwächter in den Blick genommen. Auf den ersten Blick sind beide Lager Gutmenschen. Die einen versuchen einige Inseln vor Santa Barbara in Kalifornien in einen Zustand zurückzuversetzen, in dem es keine Ratten an Land gab. Die kamen bei der Havarie eines Schiffes mit Treibholz an deren Küste. Und von da verbreiteten sie sich und erwuchsen zu einer Gefahr für die dortigen Vögel. Da es sich dabei  Arten handelt, die es nur auf Anacapa gibt, entschließen sich Alma und ihre Kollegen vom Park-Service, die Ratten auszurotten. Das wiederum bringt Tierschützer auf die Palme. Sie lehnen den Massenmord an den Ratten ab. Denn jede Kreatur hat ein Recht zu leben.

Aus dieser Konstellation baut T.C. Boyle eine wunderbare, teils komische, auf jeden Fall aber lehrreich unterhaltsame Geschichte. Weder die einen, noch die anderen sind wirklich gut. Alle leben sie in ihrem eigenen Kosmos und sind unfähig, die andere Seite wirklich ernst zu nehmen. Beide Seiten steigern sich in unterschiedlich begründete Rigorismen. Und wie das entsteht, wie sich das aufbaut, das ist großartig. Da sind die Protagonisten dann nichts als einfach Menschen, die sich in ihrer Kleinbürgerlichkeit einbunkern und dabei ganz vergessen, dass das Leben mehr ist, als moralische Rechthaberei.

Boyles Figuren sind wie immer klar und gut gezeichnet. Die Geschichte ist schlüssig und zwingend konstruiert. Und so wird aus “Wenn das Schlachten vorbei ist” ein spannender Öko-Thriller mit allen notwendigen Zutaten. Aber Schiffskatastrophen, Tod, Sex und Liebe sind nicht Hauptzweck, sondern fein gewürzte Zutaten für ein großes Buch.

Posted in Bücher | Tagged , , , , , , , , , , , , , | Leave a comment

Füße in Krakau

Es wird der Adobe Flash Player benötigt und im Browser muss Javascript aktiviert sein.

 

Der Regen kam von oben. Und so richtete sich mein Blick nach unten. Unter dem Sonnenschirm dieser Wirtschaft am Marktplatz taten sich auf einmal ganz neue Perspektiven auf: Gleichschritt, Wechselschritt in Latschen und High Heels, in Wanderschuhen und Espandrills.

Posted in Bilder, Leben | Tagged , , , , , , | Leave a comment

Penderecki – eine Begegnung voller Respekt und Herzlichkeit

Krzysztof Penderecki am 4. Mai 2012 in Krakau

Krzysztof Penderecki am 4. Mai 2012 in Krakau

Sein Haus liegt vor den Toren der Stadt in einer Sackgasse, nach der nur noch Wald und Natur kommt. Der touristische Trubel Krakaus mit seinen 8 Millionen jährlichen Besuchern  ist hier so fern wie Phantasielosigkeit in der Musik Krzysztof Pendereckis.

Ich war acht Minuten vor der Verabredung zu dem Interview vor seinem Haus. Und wollte noch auf und ab gehen. Da sprach mich eine Frau aus einem Auto auf Deutsch an: „Mein Mann wartet schon auf Sie. Sie können ruhig klingeln. Viel Spaß!“ Diese Herzlichkeit und Freundlichkeit durchzog dann den ganzen Besuch.

Insgesamt war ich eineinhalb Stunden bei Krzysztof Penderecki. Er hat die Telefone ausgestellt, damit niemand stört. Und er hat sich voll auf das Interview konzentriert. Beim Rausgehen meinte er dann, dass er mir unbedingt noch etwas zeigen müsse. Er führte mich in einen Raum voller Bücher und Noten und nochmals Bücher. Und einem Klavier. Genau das wollte er mir zeigen. Denn er hat es erst vor kurzem erworben. Es ist das Klavier, das sich Rachmaninow hatte anfertigen lassen, als er in St. Petersburg lebte, also bevor er noch vor der Revolution in die USA ging. Es ist wunderbar schwarz lackiert und hat eine Notenablage, die deutlich größer ist als normal. Sie ist so groß, dass er daran komponieren konnte. Und jetzt steht es bei Penderecki in Krakau, der auch an ihm spielt. Nur zum Komponieren benötigt er es nicht. Denn Penderecki komponiert am Tisch. Er hat die Musik im Kopf, hört beim Lesen einer Partitur wie sie klingt.

Und ich? Ich bin froh, wenn das Interview so klingt, wie ich es mir vorgestellt habe. Aber das sind ja nur Worte. Keine Musik, die alle Sinne bis hin zur körperlichen Erschütterung, den ganzen Menschen in Beschlag nehmen. So wie die Musik Pendereckis, wenn man sich auf sie einlässt.

Posted in Geschichte, Leben, Musik | Tagged , , , , , , , | 1 Comment

Olivinn im Atze-Musiktheater in Berlin

Olivinn (Sinem Altan, Begüm Tüzemen, Özgür Ersoy) beim deLIGHTed Musikfestival 2011 in Berlin. Es war ein beeindruckendes Konzert. Umso größer die Freude, jetzt dieses Video entdeckt zu haben.

Posted in Musik | Tagged , , , , , , , , , , , , | Leave a comment

Anbaden 2012

Anbaden 2012

Anbaden 2012

Die Außentemperaturen sind wie im Hochsommer, doch das Wasser ist noch nicht so weit. Die Zehen ziehen sich zusammen, die Kälte nimmt nicht nur den Fuß, sondern den ganzen Körper gefangen. Erst nach dem tiefen Durchatmen und dem anschließenden ins Wasser stürzen wird es besser. Zwar bin ich vollständig Gänsehaut, aber nach den ersten Schwimmzügen löst sich der Kälteschmerz auf. Was bleibt ist angenehme Abkühlung und das wohlige Gefühl, dass die Saison endlich begonnen hat.

Mehr dazu:
Schwimmen ohne Wand und Wende
Hauptsache rüberschwimmen

Posted in Leben, Sport | Tagged , , , , , | Leave a comment

Blicke auf Ruinensteine

Es wird der Adobe Flash Player benötigt und im Browser muss Javascript aktiviert sein.

Die Ruine Aura liegt oberhalb des Tals der Fränkischen Saale an den südlichen Ausläufern der Rhön. Der  Würzburger Fürstbischof Johann Gottfried I. von Aschhausen versuchte hier zwischen 1618 und 1622 das ehemalige Kloster Aura neu zu beleben. Allerdings wollte er neu bauen und wählte diesen Platz, der einige hundert Meter vom alten Kloster entfernt ist. Der Dreißigjährige Krieg und der Tod Johann Gottfrieds stoppten den Bau. Und so blieb ein unvollendeter Kirchenbau zurück.
Posted in Bilder, Geschichte | Tagged , , , , , , , | Leave a comment