Blicke auf Ruinensteine

Die Ruine Aura liegt oberhalb des Tals der Fränkischen Saale an den südlichen Ausläufern der Rhön. Der  Würzburger Fürstbischof Johann Gottfried I. von Aschhausen versuchte hier zwischen 1618 und 1622 das ehemalige Kloster Aura neu zu beleben. Allerdings wollte er neu bauen und wählte diesen Platz, der einige hundert Meter vom alten Kloster entfernt ist. Der Dreißigjährige Krieg und der Tod Johann Gottfrieds stoppten den Bau. Und so blieb ein unvollendeter Kirchenbau zurück.

Einst und Jetzt Hammelburg (5) – Ruine Aura

Ruine Aura um 1915
Ruine Aura um 1915
Ruine Aura Ende April 2012
Ruine Aura Ende April 2012

Die Ruine Aura liegt zwischen Hammelburg und Bad Kissingen im ehemaligen Landkreis Hammelburg. Die Ruine hat Bismarck ebenso fasziniert wie Theodor Heuss.

Mehr Bilder von der Ruine Aura finden sich hier…

Mehr Einst und Jetzt aus Hammelburg:
(1)  – Stadtpfarrkirche
(2)  – Rotes Schloss vom Weiher aus
(3)  – Am Kellereischloss
(4)  – Hüterturm
(5)  – Ruine Aura
(6)  – Baderturm
(7)  – Kloster Altstadt und Schloss Saaleck
(8)  – Kreuzigungsgruppe des Altstädter Kreuzwegs
(9)  – Blick von Schloss Saaleck auf die Stadt
(10) – Freibad (heute Saaletalbad)
(11) – St. Nepomuk
(12) – Kissinger Straße

Passantenzimmer in Bad Kissingen

Haus Herbert
Haus Herbert

„Ja, was ist denn jetzt ein Passantenzimmer?“ Die Frage des jungen Mannes klingt tatsächlich verwirrt. Mitten in Bad Kissingen gibt es zwar keine Herbert-Straße, wohl aber ein Haus Herbert.

Ob die Namensähnlichkeiten bewusst gewählt sind, ist ungewiss. Ebenso wie die Frage, ob die Assoziation zulässig ist. Sicher aber ist, dass die ältere Dame, die mit dem Mann einen Sonntagsspaziergang machte, trocken sagte: „Passantenzimmer klingt nach Puff und Stundenzimmer.“

 

Hammelburg Einst und Jetzt (4) – Hüterturm

Hüterturm in Hammelburg um 1915
Hüterturm in Hammelburg um 1915
Hüterturm in Hammelburg Ende April 2012
Hüterturm in Hammelburg Ende April 2012

Mehr Einst und Jetzt aus Hammelburg:
(1)  – Stadtpfarrkirche
(2)  – Rotes Schloss vom Weiher aus
(3)  – Am Kellereischloss
(4)  – Hüterturm
(5)  – Ruine Aura
(6)  – Baderturm
(7)  – Kloster Altstadt und Schloss Saaleck
(8)  – Kreuzigungsgruppe des Altstädter Kreuzwegs
(9)  – Blick von Schloss Saaleck auf die Stadt
(10) – Freibad (heute Saaletalbad)
(11) – St. Nepomuk
(12) – Kissinger Straße

Eine tückische Falle beim Laufen

Seilfalle für Läufer auf dem Schmöckwitzer Werder
Seilfalle für Läufer auf dem Schmöckwitzer Werder

Die Luft macht sich in den Lungen ganz tief breit. Sie riecht nach Aufbruch. Die Haut spürt das erste Mal Temperaturen von mehr als 20 Grad. Die Augen finden überall ganz helles Grün, wo vor einer Woche nur braun war. Und die Ohren lauschen auf das Knacken der Knospen und auf das aufgeregte Zwitschern der Vögel.

Die Gedanken lassen sich ganz von diesem Frühlingsgefühl einnehmen. Andere wollen sich nicht fassen lassen. Sie verschwinden gleich wieder, weil ein neuer Eindruck dieser erwachenden Natur an diesem Abend beim Laufen alles  Schwere sofort vertreibt.

Seilfalle für Läufer auf dem Schmöckwitzer Werder
Seilfalle für Läufer auf dem Schmöckwitzer Werder

Die Schritte sind bei diesem Lauf am Schmöckwitzer Werder noch recht  schwer. Die vergangenen Wochen blieben die Laufschuhe meist noch im Schuhregal. Und die Rippenprellung vor einem halben Jahr hat die Kondition auch nicht wirklich gefördert. Und dennoch fühlt sich alles gut an.

Doch dann erfasst das Auge einen schmalen Strich kurz übe rdem Boden. Sofort sticht Schmerz in die Rippe. Mit dem rechten Fuß springe ich rechtzeitig noch ab, um über die gespannte Schnur zu springen. Dann bleibe ich stehen. Das Herz rast, der Rippenschmerz entpuppt sich als Phantomschmerz. Aber der Kopf ist hellwach.

Und der Ärger und die Wut über diejenigen, die hier eine Stolperfalle für Läufer und Radler gespannt haben. Wer macht so etwas? Wer freut sich darüber, wenn andere stürzen, sich eventuell Rippen prellen oder noch schlimmer Knochen brechen? Das Seil ist in gut 15 Zentimeter Höhe gespannt. Genau so, dass eigentlich jeder stürzen muss.

Ich hatte noch einmal Glück, habe die Knoten gelöst und die Schnur weggeschmissen. Beim nächsten Lauf werde ich noch mehr auf den Boden schauen. Und mich ständig daran erinnern müssen, dass ich mich nicht von Grün und Zwitschern und Wärme ablenken lassen darf.

Kerstin Schoor übernimmt die Axel-Springer-Stiftungsprofessur an der Viadrina

Die Literaturwissenschaftlerin Kerstin Schoor tritt heute die Axel-Springer-Stiftungsprofessur an der Viadrina in Frankfurt (Oder) an. Auf Antenne Brandenburg wurde dazu folgendes Stück gesendet:

An der Europa-Universität Viadrina gibt es jetzt eine ganz besondere Professur, eine Axel-Springer-Stiftungs-Professur. Was hat es damit auf sich?

Friede Springer, die Frau des 1985 gestorbenen Verlegers Axel Springer, hat diese Professur gestiftet. Zum 100. Geburtstag von Axel Springer wollte sie ihm ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk machen. Springer setzte sich sehr für die Aussöhnung von Deutschen und Juden ein. Die Professur, um die es jetzt geht ist eine für „Deutsch-Jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, Exil und Migration. Friede Springer sagte mir gestern, dass diese Themen sowohl ihr, als auch ihrem Mann sehr am Herzen lagen.

Was bedeutet diese Professur für die Universität? Kann sich das Land jetzt die Kosten für einen ganzen Lehrstuhl sparen?

In der Tat geht es um eine Professur, die nicht das Land bezahlt. Die Friede-Springer-Stiftung übernimmt die Kosten von mehr als 200.000 Euro im Jahr für fünf Jahre. Insofern hat die Springer Stiftung Frankfurt für fünf Jahre eine Professorin samt Mitarbeitern und Ausstattung tatsächlich geschenkt. Das ist übrigens das erste Mal für die Springer-Stiftungen.

Und wer kann sich jetzt glücklich schätzen, diese Professur mit leben zu füllen?

Kerstin Schoor kommt aus Wismar, hat in Berlin Literaturwissenschaft studiert und dort über jüdische Literatur im dritten Reich gearbeitet. Sie hat erforscht, dass es bis 1938 noch mehr als 1700 jüdische Autoren in Berlin gab. Jahrelang hat sie mit Überlebenden des Holocaust Interviews geführt und damit auch die Grundlage für ein umfangreiches Archiv gelegt. Das ringt sie quasi mit nach Frankfurt. Und hier hat sie auch die Bewerbung der Uni im Rahmen der Exzellenz-Initative der Bundesregierung als Exzellenz-Cluster vorbereitet. Im Juni fällt die Entscheidung. Frau Schoor ist für die Viadrina also nicht nur inhaltlich ein großer Gewinn.

Schloss und Park Neuhardenberg im Frühling

Branford Marsalis in der Schloßkirche Neuhardenberg

Er hat ganz schöne O-Beine, die noch dazu im Verhältnis zu seinem Oberkörper viel zu lang sind. Die Hose von Branford Maraslis betont sie noch dazu. Auch, weil sie das Hohlkreuz hervorhebt. Insofern ist die Entschuldigung zu Beginn des Konzerts nachvolliehbar. Denn eigentlich habe er anderes tragen wollen, meinte er in Neuhardenberg. Aber die Fluggesellschaft habe seinen Koffer nicht nach Berlin gebracht.

In dem Moment, in dem Marasalis den ersten Ton aus einem seiner beiden Saxophone zaubert, ist spielen Klamotten keine Rolle mehr. Der einzige optische Reiz, der weiter wirkt, ist die Farbgebung des Lichtes, mit dem der Altarraum der Schinkelkirche in Neuhardenberg ausgeleuchtet wird. Ansonsten ist nur noch Musik.

Marsalis und sein Quartett spielen Jazz-Standards. Der größte Jubel bricht aus, als sie zehn Minuten über Kurt Weills „Mackie Messer“ improvisieren. Dieser Gruß an das deutsche Publikum kommt an. Trotz aller Distanziertheit von Branford Marsalis als Person erzeugt die Musik eine wunderbare Wucht. Sie treibt. Sie fordert. Sie verführt. Zum Denken, zum Lauschen, zum Treiben-Lassen.

Vorfreude auf Branford Marsalis

Morgen spielt Branford Marsalis in der Neuhardenberger Schinkel-Kirche. Heute läuft die Vorbereitung. Und damit wächst die Vorfreude. Es sind wieder einmal ganz andere Töne als ich sie in der jüngsten Zeit hörte. Und genau das ist es, was die Erwartung so nährt.