Von der Veränderung des Schmerzes

Anfangs war der Schmerz ganz stechend. Schon beim Sturz war es so, als würde der Schmerz in Wellen von genau diesem Punkt an den beiden linken Rippen über dem Herzen ausstrahlen. So war es auch, als ich den Lauf fortsetzte und nach dem Heimkommen und in der ertsen Nacht. Bei jeder Bewegung schoss die gesamte Konzentration des Körpers auf diesen einen Punkt. Und von da breitete sich dieses Gefühl, das einen vollständig verkrampfen und das Gesicht verziehen lässt, aus.

Am Folgetag dann die Ärztinnen. Die erste tastete sich vorsichtig an die Stelle vor. Die zweite drückte den Brustkorb einfach von rechts und von links abrupt zusammen. Während das vorsichtige Annähern den heftigen Stich vorbereitete und der Kopf wusste, was jetzt kommt, war der Körper quasi gelähmt. Bei der Pressattacke setzte die Lähmung von Kopf und Körper mit dem abrupten Stich in den Rippen ein – und ließ erst nach, als sich die Schmerzwellen quasi ausliefen. Was besser ist? Ich kann es nicht sagen. In beiden Fällen war der Schmerz stechend und heftig.

Inzwischen ist aus dem plötzlichen Zutreten des Schmerzes ein dauerhafter geworden. Allerdings nicht mehr stechend, sondern verkrampft. Die Musuklatur, die seit acht Tagen die Rippen krampfhaft vor Erschütterungen schützt, ist nicht mehr locker. Deshalb schmerzt die linke Seite jetzt ständig. Zwar nicht mehr stechend, aber anhaltend. Was besser ist? Eindeutig der jetzt erreichte Zustand. Es gibt kaum unvorbereitete Überraschungsmomente, sondern nur erwartbares Zähne-Zusammenbeißen. Das führt zwar nicht zu Entspannungen, läßt sich aber deutlich besser ertragen. Obwohl so verkrampfte Zustände eigentlich alles andere als lustig sind. Sie lähmen, weil sie Spontanität durch Angst ersetzen.

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