Anbaden 2012

Anbaden 2012
Anbaden 2012

Die Außentemperaturen sind wie im Hochsommer, doch das Wasser ist noch nicht so weit. Die Zehen ziehen sich zusammen, die Kälte nimmt nicht nur den Fuß, sondern den ganzen Körper gefangen. Erst nach dem tiefen Durchatmen und dem anschließenden ins Wasser stürzen wird es besser. Zwar bin ich vollständig Gänsehaut, aber nach den ersten Schwimmzügen löst sich der Kälteschmerz auf. Was bleibt ist angenehme Abkühlung und das wohlige Gefühl, dass die Saison endlich begonnen hat.

Mehr vom Schwimmen:
Mein Sprungturm
Schwimmen im Salzwasser der Adria
Gefahr beim Schwimmen im SeeHauptsache rüberschwimmen
Schwimmen ohne Wand und Wende
Wassererzählungen: John von Düffel schwimmt wieder
Leanne Shampton meditiert über das Bahnen-Ziehen
Anbaden 2012
Lynn Sherr feiert das Schwimmen in einer persönlichen Kulturgeschichte

Nachwuchs unterm toten Baum

Ein Eichensamen aus Eichwalde
Ein Eichenkeimling aus Eichwalde

Der Apfelbaum ist gefällt. Ein Pilz am Stamm hat ihn ruiniert. Der Kampf mit der Wurzel ist gewonnen. Nach drei Stunden buddeln und hacken ist der Ballen draußen.

Und dann liegt da dieser Keimling. Dort, wo die Reste des toten Baums in der Erde waren, beginnt neues Leben. An einer Stelle, an die eine Eichel eigentlich gar nicht hinkommt.

Bürgernähe in Eichwalde zwischen Theorie und Praxis

Wenn die Gemeinde Eichwalde die Hortgebühren um bis zu 400 Prozent erhöht, ist das ihr gutes Recht. Die Verwaltung arbeitet eine neue Gebührensatzung aus und die  Gemeindevertreter stimmen zu. Das ist rechtlich einwandfrei. Aber wenn mit den betroffenen Eltern nicht einmal gesprochen wurde, dann ist das zumindest alles andere als bürgerfreundlich.

Wenn ein Bürgermeisterkandidat im September 2009 – vor der Wahl folgendes sagt: „Wichtig ist es, das Gespräch mit den Bürgern zu führen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, die zukunftsfähig und für möglichst alle Betroffenen tragbar sind“ (Wahlflyer vom September 2009), dann ist das sehr begrüßenswert. Wenn es der inzwischen gewählte Kandidat zweieinhalb Jahre später aber völlig normal findet, dass weder mit den betroffenen Eltern noch mit deren Vertretung vor dem Beschluss gesprochen wird, dann ist das auf jeden Fall eine bittere Enttäuschung.

Wenn er auch noch solche Sätze wie diesen sagte: „Dies gehört heute zum Einmaleins von Stadtplanern. Auch die Verwaltung kann noch bürgerfreundlicher werden – Stichwort Öffentlichkeitsarbeit, Öffnungszeiten, Transparenz, Beratung“, (Wahlflyer vom September 2009), dann zeugte das von zumindest von guten Vorsätzen. Aber wenn die Verwaltung weder mit den Betroffenen spricht, noch die Gemeindevertreter richtig informiert, dann wird der ehemalige Kandidat seinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht („Die Zahlen sind von der ersten Minute an so diskutiert worden“, widerspricht Speer. „Das hätte nachgerechnet werden können.“ (MAZ vom 29. März 2012) .)

Von den Eltern konnte es nicht nachgerechnet werden, weil sie nichts wussten. Und die Gemeindevertreter müssen sich eigentlich darauf verlassen können, dass sie von der Verwaltung richtig informiert werden. Und das schließt Beispielsrechnungen ein, die die gesamte Tragweite der Entscheidungen aufzeigen. Wenn der Chef der Verwaltung, also der Bürgermeister, noch immer sagt, dass die Verwaltung alles richtig gemacht hat („Eichwaldes Bürgermeister Bernd Speer (parteilos) weist abermals den Vorwurf zurück, die Gemeindevertreter nicht ausreichend informiert zu haben. „Die Zahlen waren zugänglich.“ Die Kitasatzung hätte gleich bei der ersten Abstimmung abgelehnt werden können, sagte er.  (MAZ vom 7. April 2012) ), dann ist das eigentlich nur noch ärgerlich.

Aber vielleicht erinnert sich Bernd Speer ja noch an seine Versprechen und arbeitet im Sinne derer, die ihn gewählt haben: „Wir müssen mit unseren Einrichtungen wie Schule, Kindertagesstätten aber auch Spielplätzen ein attraktives Wohnumfeld für Familien bieten. Dies sehe ich als sehr wichtige Aufgabe an.“ (Wahlflyer vom September 2009) Denn dann würde er die Eltern endlich ernst nehmen und mit den Gemeindevertretern nach einer guten Lösung suchen. Und nicht weiter all seine Wahlversprechen ad absurdum führen – und viele seiner Wähler bitter enttäuschen.

Weitere Links zum Thema:
Beitrag auf diesem Blog vom 19. März 2012 
MAZ vom 29. März 2012
Brandenburg Aktuell vom 2. April 2012
Brandenburg Aktuell vom 4. April 2012
MAZ vom 7. April 2012 

Eichwalde erhöht die Hortkosten um bis zu 400 Prozent – ohne die Eltern richtig zu informieren

Die Gemeinde Eichwalde schockt gerade die Eltern der Hortkinder. Die Verwaltung hat eine Erhöhung der Gebühren ausgearbeitet und die Gemeindevertreter haben die dann beschlossen. Das ist eigentlich ein normaler Vorgang, vor allem, wenn die Gebühren recht niedrig sind. Nicht normal ist aber das Ausmaß der Erhöhung: Bis zu 400 Prozent klettern die Kosten für die Kinderbetreuung.

Und das geht so: Bislang gibt es die Möglichkeit, Kinder für zehn Stunden in der Woche im Hort anzumelden. In Zukunft ist die Mindestzeit 20 Stunden. Hierin stecken also die ersten 100 Prozent. Da viele Eltern ihre Kinder gar nicht so lange betreut sehen wollen, fühlen sie sich deshalb über den Tisch gezogen. Denn die Gemeinde hat vor einigen Jahren massiv forciert, dass aus der normalen Grundschule eine verlässliche Halbtagsschule wurde. Dort sind die Kinder jetzt schon recht lang betreut. Zehn oder 15 weitere Stunden genügen ihnen deshalb. Ab April sollen die Eltern jetzt also eine Leistung bezahlen, die sie aufgrund der Gemeindepolitik der vergangenen Jahre gar nicht benötigen.

Da die Sätze generell angehoben werden und eine neue Sozialstaffelung greift, klettern die Sätze auf bis zu 400 Prozent. Der Clou bei der ganzen Aktion ist jetzt noch, dass die Gemeinde das den Eltern gar nicht mitteilt. Stattdessen forderte sie auf Zetteln, die den Kindern mitgegeben wurden, die Eltern auf, umgehend eine Einzugsermächtigung zu erteilen. Denn das ist in Zukunft der einzige Weg, auf dem bezahlt werden darf. Auf den Zettlen stand nicht, dass ab sofort unter 20 Stunden nichts mehr geht. Nur das Wort „Hebesatz“ kam vor. De facto will die Gemeinde Eichwalde also, dass die Eltern ohne Kenntnis des Kosterahmens die Konten zur behördlichen Selbstbedienung öffnen.

Ach ja: Es gab keine Elternversammlung im Hort. Es gab keine schriftliche Information. Und es gab und gibt bislang auch kein Gesprächsangebot an die betroffenen Eltern.

 

Wo bleibt der Schutz vor optischem Grauen im Advent?

Wie heißt das Äquivalent zu Lärm in optischen Belangen eigentlich? Blenden? Nein. Denn schöne Diamanten können ja auch blenden. Grauen? Nein. Das ist eher ein Gefühl des Schreckens, der sich beim Anblick solcher Leuchtvarianten einstellt. Aber wie dann?

Wenn es laut ist, dann kann der Lärmschutz Abhilfe schaffen. Wenn es zu sehr stinkt, dann hilft ein Emmisssionsschutzgesetz. Aber was ist, wenn optische Umweltverschmutzung nicht nur das natürliche ästhetische Empfinden stört, sondern regelrechte Schmerzen im  Augapfel  verursacht?

Dann gibt es keine Hilfe. Dann hilft nur nicht hinzuschauen. Aber das geht nicht immer. Jetzt zum Beispiel leuchten überall Lichterketten. Da schweben elektrische Sterne und es blinken Rentierschlitten aus LED-Leuchten. Überall.

Ach. Stille im Advent ist doch nicht nur ein Wunsch für die Ohren. Der Wunsch gilt doch für alle Nerven. Auch für unsere Sehnerven. Doch er wird sich wohl erst dann erfüllen, wenn so viele Lichterketten funkeln, dass das Stromnetz zusammenbricht.

 

 

Wer Klassen vergleicht, deckt Lehrer-Mängel auf

Es gibt ja schöne Neuerungen in der Bildungspolitik. Eine davon ist die interne Vergleichsarbeit. Die funktioniert so: In der Schule legt die Fachkonferenz eine Arbeit fest, die in allen Klassen einer Jahrgangsstufe geschrieben wird. Sehr sinnvoll ist das vor allem dann, wenn am Ende eines Schuljahres eine allgemeine Prüfung für alle Schüler ansteht. Eine Vergleichsarbeit könnte im Vorfeld Schwächen aufdecken, an denen gearbeitet werden kann.

Blöd ist es nur, wenn in allen Klassen von den verschiedenen Lehrern unterschiedliche Ergebnisse erwartet werden, weil sie selbst die Aufgabe der eigenen Fachkonferenz, in der sie alle Mitglied sind, falsch lösen. Dann kann ein cleverer Schüler zwar die Lösung liefern, doch hilft das auch nichts, wenn die Lehrer nicht an ihrem Fehler arbeiten. Sondern die Aufgabe einfach komplett aus der Wertung streichen. Das freut vielleicht die Schüler kuzfristig. Führt den Sinn von vergleichsarbeiten aber ad absurdum. Denn die ist ja eigentlich da, um festzustellen, welche Lehrer den Stoff gut und welche ihn schlecht vermitteln.

Obwohl: Wenn alle Lehrer ihre eigenen Aufgaben nicht rechnen können, dann hat der Vergleich zumindest erbracht, dass sie alle an sich arbeiten müssen, um sinnvoll mit Schülern arbeiten können.

Fataler Schnitt der Fleischereifachverkäuferin

Falsch geschnittener Schweinebraten
Falsch geschnittener Schweinebraten

Richtig gut wird ein Schweinebraten ja nur, wenn das Stück groß genug ist. Je kleiner, umso schneller trocknet er aus. Deshalb war die Freude heute auch besonders groß, als sich Freunde zum Abendessen ankündigten. Vier Personen mehr, machen ein den benötigten Braten deutlich größer.

Blöd nur, wenn die Fleischereifachverkäuferin bei der Bestellung nicht zuhört. Wie selbstverständlich ist sie von einem kleinen Braten ausgegangen. Und hat einfach zugeschnitten. Mitten durch das schöne Stück, das sie mir zeigte. Das Ergebnis: zwei zu kleine Bratenhälften. Und schlimmer noch: Sie hatte keinen Ersatz mehr. Lediglich ein Stück gepökeltes Schwein. Aber wer will gepökeltes Schwein, wenn er einen sauberen Krustenbraten auftischen will?

Grausam, was das Fachpersonal da anstellt. Mit Schnitten und Worten !

 

Lehrreiches Spitzenspiel

E-Jugend: Johannisthal gegen SV Schmöckwitz-Eichwalde
E-Jugend: Johannisthal gegen SV Schmöckwitz-Eichwalde

Groß war die Hoffnung. Immerhin kamen die Jungs als Spitzenreiter nach Johannisthal. Auch wenn das nur an der Tordifferenz lag. Doch heute fand Schmöcke noch seinen Meister auf dem fremden Platz. Widrig war der ungewohnte Kunstrasen. Widrig war das erste Tor gleich nach einem Freistoß in der ersten Minute. Und widrig war vor allem der Respekt, den sie vor Johannisthal hatten.

Aber in den vergangenen drei Monaten hat die Mannschaft große Fortschritte gemacht. Wenn das so weiter geht, dann wird das Rückspiel gewonnen. Auf echtem Rasen. Und mit einer breiten Brust.