Peter Robb erklärt Sizilien in all seinen Dimensionen

Peter Robb: Sizilianische Schatten„Sizilianische Schatten“ heißt ein Buch über Sizilien, das den Leser so gefangen nimmt, wie es die Mafia mit der sizilianischen Gesellschaft einst tat. Peter Robb, ein Australier, der mehr als 15 Jahre in Süditalien und auf Sizilien lebte, ist der Autor dieser fulminanten Reportage.

Leider gibt es das Buch nicht mehr im Buchhandel. 2000 ist es bei DuMont erschienen, vier Jahre nach der englischen Erstveröffentlichung. Auch wenn es also über 20 Jahre alt ist, hat es nichts von seiner Faszination verloren. Es lohnt sich, beim ZVAB auf die Suche nach einem antiquarischen Band zu gehen. „Peter Robb erklärt Sizilien in all seinen Dimensionen“ weiterlesen

„Der Zusammenhang“ von Leonardo Sciascia ist ein Labyrinth

Als Leonardo Sciascia seinen „sizilianischen Kriminalroman“ „Der Zusammenhang“ 1971 veröffentlichte, war die Mafia noch alles andere als ein gängiger Stoff für Literatur und Film. Aber der Sizilianer Sciascia wusste, was die Ehrenwerte Gesellschaft war. Er kannte die Mechanismen, mit denen sich die Ehrenmänner Einfluss und Macht sicherten. Und er wusste, wie das Geschwür Mafia den Staat befiel und aussaugte. Stoff genug also für einen guten Krimi.

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Mit Espresso schmeckt der neue Veit Heinichen noch besser

Veit Heinichen: Eine Frage des Geschmacks
Veit Heinichen: Eine Frage des Geschmacks

Proteo Laurenti ist inzwischen eine bekannte Krimi-Figur. Dank der Verkörperung durch Henry Hübchen in der ARD ist der Commisario aus Triest einen großen Publikum bekannt. Doch anders als im Fernsehen ist in den Büchern von Veit Heinichen die Stadt Triest der eigentliche Star. Und nicht der Polizist.

Im aktuellen Fall ist Triest als größter Kaffee-Hafen Europas im Interesse des deutschen Schriftstellers, der seit vielen Jahren am nördlichen Ende der Adria lebt. Wie immer lernt der Leser sehr viel. Und wie immer ganz nebenbei. Außerdem spielt die Erpressung einer englischen Politikerin, die im in der Nähe von Triest gelegenen Grado die Lust entdeckte, eine delikate Rolle. Und eine deutsche Filmcrew, die in der Stadt einen TV-Krimi dreht. Heinichen scheint mit der Leistung von Hübchen und Co. nicht wirklich zufrieden zu sein. So wie er über die Filmproduktion, die Darsteller und die Produzenten schreibt, hat er wohl schlechte Erfahrungen gemacht.

Dieser Teil von „Keine Frage des Geschmacks“ ist der amüsanteste. Richtig gut ist, dass Heinichen seinen Laurenti in dessen siebten Fall nicht mehr mit der kroatischen Mafia kämpfen lässt. Von der Auseinandersetzung, die in den fünf ersten Büchern, die bisher auch verfilmt wurden, taucht kein Wort mehr auf. Jetzt geht es um einen konkreten Fall und um Seitensprünge oder vermutete Seitensprünge beim gesamten Personal des Buches. Auch das ist alles sehr lustig zu lesen. Die Spannung kommt doch nicht zu kurz. Und so lässt sich dieser Heinichen nur empfehlen. Er ist der beste, weil souveränste. Von Abnutzung der Figuren und der reichen, schönen Grenz- und Hafenstadt Triest keine Spur. Im Gegenteil.