Figli Di Madre Ignota feiern im Fez Club

Diese Musik klingt wie eine Sammlung lustigster Urlaubserlebnisse. Gleich der erste Song „Spaghetti Balkan“ dreht so richtig auf. Bläsersätze wie im Balkan werden von der Mailänder „Band Figli Di Madre Ignota“ mit einem skurrilen Text kombiniert, in dem sich alles um die Bestellung eines Touristen im Ausland dreht – und das in mehreren Sprachen, oder besser Sprachfetzen.

„Fez Club“ nennt sich das Album dieser Combo. Ihr Name heißt auf Deutsch: Söhne einer unbekannten Mutter. Das ist natürlich Programm. Zumindest musikalisch weigern sich die Figli, an nur einer Mutter zu orientieren. Sie spielen mit Balkan-Beats, adaptieren Surf-Sound, rauben Klezmer-Einflüsse und mixen das alles mit Polkas und Swing-Elementen. Wer sich das nicht wirklich vorstellen kann, muss aber zumindest neugierig geworden sein. Denn die Musik ist kraftvoll, schwungvoll oder einfach nur atemberaubend.

„Fez Club“ ist das dritte Album der „Figli Di Madre Ignota“. Dass sie in Deutschland vom Label Eastblock Music vertrieben werden, ist folgerichtig. Denn sie schwimmen auf der Welle der Balkan-Beats. Aber sie würzen ihre Musik zu einem ganz eigenen Sound. Wunderbar!

Andrea Camilleri schickt Commissario Montalbano in den schwarzen Sommer

Andrea Camilleri: Die schwarze Seele des Sommers
Andrea Camilleri: Die schwarze Seele des Sommers

Andrea Camilleri schickt Commissario Montalbano in einen neuen Mord, der lange zurückliegt, und in einen Kampf mit sich. Die junge Frau, deren Leiche er in einer geheimen Wohnung unter der Ferienwohnung seiner Freunde findet, hat eine Zwillingsschwester. Die ist hübsch, strahlt mit jeder Geste, mit jedem Wort Erotik aus. Und sie ist an Montalbano mit seinen 55 Jahren interessiert.

Camilleri konstruiert einen netten Fall, der ein bisschen Mafia, etwas unorthodoxe Ermittlungsmethoden und viel schrulligen Montalbano enthält. Der Commissario ist stark genug, die Schwächen der Krimi-Handlung auszugleichen. Aber dennoch wirkt der neue Camilleri, als könnte Montalbano bald in Rente gehen.

Andrea Camilleri: Die schwarze Seele des Sommers. Lübbe 19,95 EURO

Dario Fo spricht von der Welt, wie er sie sieht

Dario Fo: Die Welt, wie ich sie sehe
Dario Fo: Die Welt, wie ich sie sehe

Er ist eine der schillernsten Figuren Italiens. Seine Art, Theater zu machen, hat die Tradition der derben Comedia dell’Arte mit modernen Themen verbunden. Dario Fo – und seine Frau Franca Rame – ist immer direkt, immer politisch und immer unterhaltsam.

Jetzt hat er in vielen Gesprächen mit Giuseppina Manin seine Autobiografie gestaltet.  Natürlich im Dialog wie auf der Bühne. Das ist seine Form. Da zeigt Dario Fo seine Schlagfertigkeit. In dem Buch lernt man viel über Theater, über Italien und über einen überzeugten Linken. Dario Fo hat Kapitalismuskritik schon immer mit Witz verbunden. In „Die Welt, wie ich sie sehe“ kommt noch ein Schuss Altersweisheit dazu. Und das ganz unaufdringlich.

Dario Fo: Die Welt wie ich sie sehe. Rotbuch. 19,90 EURO

Andrea Camilleri

Andrea Camilleri schickt Commissario Montalbano in einen neuen Mord, der lange zurückliegt, und in einen Kampf mit sich. Die junge Frau, deren Leiche er in einer geheimen Wohnung unter der Ferienwohnung seiner Freunde findet, hat eine Zwillingsschwester. Die ist hübsch, strahlt mit jeder Geste, mit jedem Wort Erotik aus. Und sie ist an Montalbano mit seinen 55 Jahren interessiert.

Camilleri konstruiert einen netten Fall, der ein bisschen Mafia, etwas unorthodoxe Ermittlungsmethoden und viel schrulligen Montalbano enthält. Der Commissario ist stark genug, die Schwächen der Krimi-Handlung auszugleichen. Aber dennoch wirkt der neue Camilleri, als könnte Montalbano bald in Rente gehen.

Andrea Camilleri: DIE SCHWARZE SEELE DES SOMMERS. LÜBBE. 19,95 EURO

Stefan Maiwalds lustiger Blick auf Italien

Stefan Maiwald: Laura, Leo Luca und ich
Stefan Maiwald: Laura, Leo Luca und ich

Klischees sollte man ja tunlichst vermeiden. Stefan Maiwald gelingt das nicht. Doch das macht den Reiz seines Büchleins über seine Beziehung mit seiner italienischen Frau – und damit mit deren Familie – so reizvoll. „Laura, Leo, Luca und ich“ ist ein leicht geschriebenes Tagebuch im Rückblick. Es erzählt, was dem ehemaligen Redakteur  des Playboy so alles passierte, als er die flüchtige Urlaubsbekanntschaft zu lieben lernt und endlich heiratet.

Seine Beobachtungen kann er mit der nötigen Distanz zu schnurrigen Anekdoten verdichten, die nichts von egomanischer Beziehungsliteratur an sich haben. Maiwald liebt nicht nur Laura. Er liebt auch die ganze Familie. Auch wenn sie ihm auf die Nerven geht.
Das ist herrlich!

Stefan Maiwald: LAURA, LEO, LUCA UND ICH. DTV. 8,90 EURO