In Zeithain setzt Michael Roes Hans Hermann Katte ein Denkmal

Michael Roes: Zeithain Die geplante Fahnenflucht von Kronprinz Friedrich und Leutnant Katte ist ein Stoff, der alles enthält, was einen guten Roman ausmacht. Wenn Michael Roes sich damit auseinandersetzt, wird ein facettenreiches, faszinierendes und phantasievolles Buch daraus. Und je weiter man in den 800 Seiten kommt, umso erschütternder wird „Zeithain“. „In Zeithain setzt Michael Roes Hans Hermann Katte ein Denkmal“ weiterlesen

Christoph Ransmayr sucht in „Cox“ nach der Zeit

Christoph Ransmayr: CoxHistorische Romane sind sehr oft bunt und überladen. Sie versuchen, dem Leser der Gegenwart angesichts eines Panoptikums der Seltsamkeiten der Vergangenheit einen wohligen Schauer zu bescheren. Wer mit solchen Erwartungen an „Cox oder der Lauf der Zeit“ von Christoph Ransmayr liest, wird enttäuscht. Wer sich aber auf die Geschichte aus dem China des 18. Jahrhundert einlässt, um darin ein Gleichnis über Zeit und Vergänglichkeit zu finden, wird angesichts der Sprache Ransmayrs nicht mehr von diesem Buch lassen können. Nicht Effekt, sondern Sätze von fast wunderbarer Schönheit machen diesen Text aus. „Christoph Ransmayr sucht in „Cox“ nach der Zeit“ weiterlesen

Das ägyptische Konzil von Leonardo Sciascia spielt mit Macht, Gier und Lüge

Leonardo Sciascia: Das ägyptische KonzilOb Umberto Eco oder Luigi Malerba, in Italien ist der historische Roman auch in der Nachkriegszeit immer ein Genre der Gegenwartsliteratur gewesen. Anders als in Deutschland galt er nie als angestaubt. Und so haben ihn die besten Schriftsteller immer wieder mit alten Stoffen, neuen Ideen neu belebt. So wie der Sizilianer Leonardo Sciascia (1921 – 1989) mit seinem 1963 erschienen Roman „Das ägyptische Konzil“, der in den 1790er-Jahren in Palermo spielt. „Das ägyptische Konzil von Leonardo Sciascia spielt mit Macht, Gier und Lüge“ weiterlesen

„Unter Schwalbenzinnen“ macht aus einem Rätsel Literatur

Unter SchwalbenzinnenWir leben in einer Welt, in der fast alle wesentlichen Fragen von der Wissenschaft beantwortet werden können. Und dennoch gibt es noch immer Geheimnisse. Das Voynich-Manuskript ist ein solches. Ein Text mit vielen Bildern, der aus Versen in einer bislang noch nicht entzifferten Schrift besteht. Diese Buchstaben machen die Forschung nach wie vor ratlos. Und wenn die Wissenschaft nicht weiterkommt, dann hat die Kunst ihre große Chance. Astrid Dehe und Achim Engstler haben sie genutzt und einen überzeugenden historischen Roman aus diesem Stoff geschrieben. „„Unter Schwalbenzinnen“ macht aus einem Rätsel Literatur“ weiterlesen

Tilman Röhrig haucht Tillman Riemenschneider Leben ein

Historische Romane sind ganz oft oberflächlich und von unserer Sicht der Dinge geprägt. Tilman Röhrig (62) schafft es in Riemenschneider, sowohl die Zeit sehr gewissenhaft aufleben zu lassen, als auch einen schönen Roman zu schreiben. Tilman Riemenschneider
(1460 bis 1531) lebte als Holzschnitzer und Bildhauer in Würzburg, als die Reformation und die Bauernkriege das Land erschütterten.

Seine Werke sind noch heute beeindruckend. Röhrigs Roman schafft es, dass auch das Leben Riemenschneiders fesselt. Röhrig entwirft ein Panorama der Zeit, in der auch Luther, Bauernführer Joss Fritz und Ritter Götz von Berlichingen ihren Platz haben.
Das ist gut gemacht und eine feine Geschichtslektion.

Tilman Röhrig: Riemenschneider. Piper, 19,90 EURO.