
Eigentlich sollte das Konzert im kleinen Saal der Philharmonie von Zielona Gora (Grünberg) stattfinden. Aber dann waren die 200 Karten schnell weg. Die BigBand des Brandenburgischen Staatsorchesters Frankfurt lockte mit einem Konzert zum 95. Geburtstag von Astor Piazolla. Das war offenbar eine gute Idee, denn auch der große Saal war fast voll.
Unter der Leitung von Norbert Nagel und mit Unterstützung von Rainer Volkenborn am Bandeon ging es um Kontraste – ganz im Sinne des Mottos der Musikfesttage an der Oder. Wenn Volkenborn sein Bandeon erklingen ließ, war der Saal voller Melancholie. Und wenn die Musiker der BigBand zu ihren Soli anhoben, dann konnte sich niemand der Spielfreude entziehen. Wenn das kleine Bandeon seine leisen Töne verströmte, dann ging das ans Herz. Und wenn die BigBand ihre ganze Kraft entfaltete, dann rumpelte es im vegetativen Nervensystem der Grünberger.
Die Begeisterung, mit der die Musiker sich über ihre Musik freuten, nahm das Publikum sofort gefangen. Auch wenn sich etliche unter Astor Piazolla wohl etwas ruhigeres erwartet hatten. Doch die kraftvoll-dramatische Interpretation des Zwiegesprächs zwischen Bandeon und BigBand begeisterte. Und so wurde der Auftritt der deutschen Musiker vor polnischem Publikum zu genau dem, was dieses Festival erreichen will: Ein musikalischer Brückenschlag über die Oder – diesmal auf einer argentinischen Brücke.

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Howard Griffiths ist mit der Türkei fest verbunden. Jahrelang lebte er dort. Fazil Say hat er in dieser Zeit kennen und schätzen gelernt. Und zum Glück für die Konzertbesucher in Frankfurt hat er dessen Komposition nun auch zu Gehör gebracht. Iskandar Widjaja spielte die Solovioline facettenreich und voll menschlicher Wärme und Aykut Köselerli sein Schlagzeug als emotionaler Taktgeber bei dem abwechslungsreichen und voller Spannungen und Wechseln in Dynamik und Rhythmik reichen Violinkonzert. Zusammen mit dem BSOF schufen sie einen akustischen Raum mit zauberhaften, verwunschenen und kraftvollen Momenten.







