Fatih Akin hört auf den verstörenden Klang Istanbuls

Auch Dokumentationen können mehr als 100.000 Zuschauer ins Kino locken. Buena Vista Social Club von Wim Wenders (60) war ein gigantischer Erfolg. Fatih Akins (32) Crossing the Bridge faszinierte ebenfalls. Jetzt gibt es den Film auf DVD.

Die Reise auf der Suche nach dem Sound of Istanbul – so der Untertitel – ist der beste  Kommentar zu solch politischen Fragen wie der Mitgliedschaft der Türkei zur Europäischen Union. Wer sich diesen Film anschaut, begreift sofort, dass Istanbul in vielem sehr europäisch ist.

Aber natürlich nicht nur. Ein DJ, mit dem sich Alex Hacke von den Einstürzenden Neubauten unterhält, geht darauf ein. Sie müssten die Musik des Westens, des Ostens und des Südens hören, um den Partygängern den richtigen Mix aufzulegen. Dieser Mix ist es, der die musikalische Erkundung von Crossing the Bridge so spannend macht. Der Zuschauer lernt einen türkischen Michael Holm genauso kennen, wie Punks, Technojünger oder Psychedelic-Rocker. Und alle Töne haben miteinander zu tun. Sie bilden akustische Brücken zwischen Kontinenten, aber auch zwischen Kulturen und Gefühlen.

Die DVD hat – wie es sich inzwischen gehört – auch noch einige Extras. Fatih Akin hat ihr eine 40-minütige Dokumentation beigepackt. Unter the Bridge – The B-Side of Istanbul ist eine Doku über die Stadt. Schön daran ist, dass sie eine eigene Geschichte erzählt und nicht nur Schnipsel des Hauptfilms aneinanderreiht. Videos der in der Doku vorgestellten Musiker sind außerdem auf ihr. Das größte Schmanckerl ist aber der Frisörbesuch von Alex Hacke in Neukölln. Da erzählt er dem Türken von einem Konzert der Einstürzenden
Neubauten in Istanbul.

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