Bauchtanz beim Griechen

Das frische Brot gibt bei leichtem Druck wunderbar nach. Wenn es durch das Taramas gezogen wird, zieht es die feine, rosa Paste richtig ein. Auf der Zunge zergehen beide. Beim Stamm-Griechen schmeckt es einfach am besten.

Dann ertönt türkische Musik. Beim Griechen! Und eine Maja sagt, dass sie aus dem Orient kommt. Und für die große Geburtstagsversammlung den Bauch tanzen lassen werde. Die Musik wird lauter, aus der klassischen Bauchtanzmusik wird türkischer Elektropop. Maja begeistert die Festgesellschaft. Der Jubilar – vielleicht seit heute 60 Jahre alt – trägt eine Art roten Turban. Die aktivsten Feierfrauen assistieren Maja auf Stühlen. Bäuche schwingen, Pölsterchen vibrieren, Schwarten schwanken. Der rote Turban führt eine Polonaise an. Und zwar zu einem Sirtaki. Natürlich in einer Technoversion. Das Geburtstagsfest dampft. Und stampft. Und ist glücklich.

Das Essen schmeckt dennoch. Selbst der bizarre Rahmen kann den Genuss nicht ruinieren. Nur eine Erkenntnis wächst langsam in mir. Wenn es so ist, alt zu werden, dann habe ich seit dem Bauchtanz beim Griechen das erste Mal Angst davor.

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