„Ein gigantischer Markt“

Hans-Josef Fell
Hans-Josef Fell

Die internationale Konferenz für erneuerbare Energien in Peking (Birec 2005) hat einen  „wesentlichen Ausbau“ regenerativer Energien gefordert. 20cent sprach mit Teilnehmer Hans-Josef Fell (53, Foto), forschungspolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion.

Wie wurde in Peking die Abwahl von Rot-Grün aufgenommen?

Wegen des Ausscheidens der Grünen aus der Regierung fürchtet man, dass es schwerer  wird, den deutschen Markt für erneuerbare Energien auszubauen.

Erneuerbare Energien gelten als zu teuer. Warum der Aufwand?

Die haben hohe Kostenreduktionspotenziale. Heißt: Gerade bei weiter steigenden Ölpreisen rechnen sie sich sehr schnell. Bereits heute sind sie in unterentwickelten Gebieten z.B. Chinas die kostengünstigste Art zum Aufbau der Energieversorgung.

Die Union will den Atomausstieg verzögern. Ist das wegen des Klimawandels nicht doch sinnvoll?

Die Wachstumsraten der erneuerbaren Energien reichen aus, um die fossilen Kraftwerke  und die abgeschalteten Atomkraftwerke zu ersetzen. Dies bedeutet, dass wir sowohl die Probleme des Klimaschutzes und der radioaktiven Abfälle lösen können. Leider behauptet
die Atomwirtschaft aus durchsichtigen Gründen das Gegenteil. Zudem kann die Atomwirtschaft global gesehen wegen der knappen Uranreserven gar nicht nennenswert
zum Klimaschutz beitragen.

Was planen die anderen Nationen bei den erneuerbaren Energien?

Vor allem China hat enorme Ausbauziele angekündigt: So soll bis 2020 der gesamte Anteil  der erneuerbaren Energien auf 15 Prozent steigen. In der Windkraft will China von heute knapp ein Gigawatt Windleistung auf 30 Gigawatt ausbauen. Für Deutschland wird es
wichtig sein, das vorhandene technische Niveau der erneuerbaren Energien zu verbessern. Dieser gigantische Markt könnte über den Export deutsche Arbeitsplätze schaffen.

Dieses Interwiew ist am 9. November 2005 in 20cent erschienen.

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