Sylvie van der Vaart muss öffentlich privatisieren

Jürgen Klopp und Günther Jauch sind ein wunderbares Duo. Sie haben nur ein Problem: Beide sind Männer. Sie können zwar treffend über Fussball in der Halbzeitpause und nach dem Spiel parlieren, aber ist das genug? Das zumindest müssen sich die RTL-Verantwortlichen gefragt haben. Im Fernsehen etwas fürs Auge zu präsentieren, müsste doch möglich sein. Noch dazu, wenn man mit Sylvie van der Vaart eine recht hübsche Blondine im Angebot hat, deren Mann als holländischer Nationalspieler in Südafrika zur startelf gehört.

So weit zur Idee. Doch was mussten die armen Zuschauer dann erleben: Vor Millionen-Publikum sollten Sylvie und Rafael turteln. Sie gaben sich auch Mühe. Doch vor allem Rafael war das RTL-Setting offensichtlich sehr suspekt. Und so freute er sich sichtlich, als Slyvie in fragte, ob er tatsächlich eine Elfmeter verschuldet habe? Richtig erleichtert kam sein Ja. Er spricht wohl – völlig zurecht – lieber über Fussball im Fernsehen als über Gefühle.

Die durften natürlich nicht zu kurz kommen, mussten angesprochen werden. Ein Glück, dass sie da kurz ins Niederländische ausweichen konnten. Souverän sind Jürgen Klopp und Günther Jauch mit dieser Form des Privat-Fernsehens umgegangen. Sie ließen Sylivie einfach allein auf der großen Bühne vor dem Aachener Rathaus stehen. Bei so viel öffentlicher Intimität wollten sie nicht stören.

Frau van der Vaart hat übrigens das beste aus der blöden Situation gemacht. Der Spagat zwischen dem Arbeitgeber RTL und dessen Voyeurismus-Sucht auf der einen Seite und Professionalität vor der Kamera auf der anderen hat sie ganz gut gemeistert.

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