Jussi Adler Olsen hat am Ende Erbarmen

Jussi Adler Olson: Erbramen
Jussi Adler Olson: Erbramen

Seit Monaten ist dieser Krimi in den Bestsellerlisten ganz oben: „Erbarmen“ von Jussi Adler Olsen. Der dänische Kommissar Carl MØrck hat das Zeug, ein würdiger und vor allem erfolgreicher Nachfolger von Henning Mankells Wallander zu werden.

Carl MØrck soll eigentlich gar nicht mehr ermitteln. Nach einem verpatzten Einsatz, bei dem ein Kollege stirbt und sein bester Freund nur mit Querschnittlähmung überlebt, ist er ein Wrack. Seine Chefs wollen ihn abschieben und gründen das Sonderderzernat Q, das sich mit nie aufgeklärten Fällen befassen soll. Der erste handelt vom Verschwinden eine jungen Politikerin vor fünf Jahren.

Carl MØrck will zunächst nicht richtig ermitteln, doch sein Instinkt lässt ihn nicht ruhen. Er nimmt die Fährte auf, lernt seinen Gehilfen, einen Migranten aus Syrien mit dem absurden Namen Hafis Assad, an. Aus Olsens Laboraufstellung entwickelt der Däne einen beklemmenden Roman, der mehr ist als nur ein spannender Krimi. Olson nutzt das Genre für einen Gesellschaftsroman, der Kriminalität in ihren unterschiedlichen Dimensionen und Ausprägungen thematisiert.

Natürlich ist die die Figur des Kommissars gebrochen. Selbstverständlich ist er kein großer Sympathieträger. Und dennoch entwickelt der Leser sehr bald Verständnis, später sogar Respekt vor der Figur. Und wenn Olson so weiter macht, kann daraus sicher einmal echte Zuneigung werden.

MOZ-Rezension…

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