Eine neue Brille hilft beim Erkenntnisgewinn

Die alte Brille
Die alte Brille

Irgendwann muss eine Brille ausgetauscht werden. Sie sitzt nicht mehr richtig. Die Bügel lassen sich nicht vollständig festschrauben. Oder die Gläser werden matt. Manchmal sind es auch rein optische Gründe. So wie man sich einst für viel Brille entschied, soll es nun deutlich weniger im Gesicht sein. Oder es wird Zeit, sich ein klein wenig neu zu erfinden, weil Altes überwunden ist und Neues schon gelebt wird.

Gründe gibt es also viele. Auch den ganz banalen, dass die Brille den Blick nicht mehr so schärft, wie sie soll. Müdigkeit ist die Folge, weil das Sehen schwerer fällt. Als ich jetzt meinen langjährigen Sehbegleiter auswechselte, kam zu all den Gründen noch eine Erkenntnis dazu.

Die Optikerin fragt, wie alt ich sei? Da fühle ich mich doch gleich geschmeichelt. Offenbar kann man mich jünger finden, als ich bin. Und so sage ich mit einer Mischung aus Stolz und Verschmitztheit: „Bald 45.“
„Hm.“ Die Optikern stockt. Sie blickt auf das neue Gestell und dann mir in die brillenlosen Augen: „Dann sollten sie Gleitsichtgläser nehmen. Spätestens in zwei Jahren benötigen Sie die eh. Und bei dem Preis für die Gläser ist es besser, sie gleich zu bestellen.“

Tja. Ruckzuck war der Stolz verflogen. Gleitsichtgläser. Das ist doch was für alte Leute! So wie zu viel Nostalgie bei 30 Jahre alten Liedern. Oder ständiges Bahnfahren in der 1. Klasse!

Aber ich muss zugeben: Es lässt sich mit diesen Gleitsichtgläsern besser lesen. Viel besser. Auch in alten, eigenen Zeitungstexten oder den Briefen und Aufzeichnungen der eigenen, längst verstorbenen Großeltern. Wirklich sehr viel besser.

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