Berliner Fußballplätze – VfB Einheit Pankow


Waldsteg 62 lautet die Adresse des Sportplatzes am Ehrenmal in Pankow. Zwei Kabinen müssen genügen, in einem Minihäuschen. Wenn es regnet, gibt es keine Möglichkeit für die Zuschauer des VfB Einheit Pankow, sich unterzustellen. Nur im Kiosk-Container ist es dann trocken.

Mehr Berliner Fußballplätze:
SV Schmöckwitz Eichwalde
SSV Köpenick-Oberspree
HSG Blau-Weiß Hohenschönhausen
VfB Einheit Pankow
Poelchau Oberschule Charlottenburg
Borussia Pankow 1960
Blau Gelb Berlin
Frohnauer SC
SV Nord Wedding 1893
SC Borussia 1920 Friedrichsfelde
BSV Eintracht Mahlsdorf
VfB Hermsdorf
FC Viktoria 1899 Berlin
VfB Biesdorf
BSV Hürtürkel
RFC Liberta – Scharnweberstraße
Tennis Borussia Berlin – Hans-Rosenthal-Sportanlage
Concordia Wilihelmsruh – Nordendarena

Berliner Fußballplätze: SSV Köpenick Oberspree

Direkt an der Spree liegt der Fußballplatz von SSV Köpenick Oberspree. Weiß-Blau dominiert im Bruno-Bürgel-Weg 99.

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Fundstück im Familienalbum: Großmutter 1929 in Eichwalde

Großmutter im Juni 1929 in Eichwalde
Großmutter im Juni 1929 in Eichwalde

Die Qualität des Bildes ist recht schlecht. Deshalb überblättere ich es in einem alten Familienalbum auch zunächst. Doch dann entdecke ich meine Großmutter (2. v.r.). Ich löse es vorsichtig, so dass die Ecken des Albums nicht ausreißen, in denen das Foto fixiert ist. Und dann: „Eichwalde am 29. Juni 1929“ steht da auf der Rückseite.

Schon wieder eine dieser Verschränkungen von Vergangenheit und Gegenwart. Wieder einer dieser Zufälle, die in einem Roman dafür sorgen, dass alles logisch, alles schlüssig ist. Bezüge zu Berlin gibt es in der Verwandtschaft ja mehr als genug. Aber dass es sogar Bilder meiner Familie aus den 20er Jahren aus dem Eichwalde gibt, in dem ich nun schon zehn Jahre lebe, das ist doch wieder einer dieser Momente, bei denen man denkt: Vielleicht gibt es ja doch einen größeren Plan in all diesem Leben.

Qiu Shihua irritiert mit seinen weißen Landschaften

Der Ausstellungsraum im Hamburger Bahnhof mit den Bilder Qiu Shihuas
Der Ausstellungsraum im Hamburger Bahnhof mit den Bilder Qiu Shihuas

Beim Betreten des Saales blendet das Weiß. Nicht nur die Wände sind weiß, auch die Bilder sind alle weiß. Qiu Shihua bemalt große Flächen mit dieser klaren Farbe – und mit ganz wenigen Abstufungen.

Man muss ganz nah an die Bilder rangehen, dann stellen sich die Augen auf die Qiu Shihuas Leinwand ein, dann werden sanfte Strukturen sichtbar.

Wer ganz genau hinsieht, erkennt das Durchschimmern einer Sonne durch dichten Nebel. Und er nimmt Strukturen von Landschaften wahr.

Qiu Shihua: Ohne Titel
Qiu Shihua: Ohne Titel

Vor den Bildern können die Augen beginnen zu schmerzen. Eine Erfahrung, die ich beim Betrachten von Bildern noch nicht machte. Sie zwingt zur vollen Konzentration – und zu einer Innerlichkeit, die weh tut, weil das Äußere kaum noch Halt gibt.

Qiu Shihuas Ausstellungsraum
Qiu Shihuas Ausstellungsraum

Nur der Raum gibt Halt. Eine irre Erfahrung, wie sich die eigene Wahrnehmung verändert. Eine Irritation, die nachwirkt, weil sie zeigt, dass der genaue Blick manchmal schmerzhaft, aber dann auch sehr erkenntnisreich und dadurch anregend und belebend sein kann.

La Brassbanda sind live dramatisch gut – jetzt auch auf CD

La Brassbanda: Live
La Brassbanda: Live

Die Platte klingt wie das Konzert. Und zwar ziemlich genauso, wie das Konzert im Berliner Astra im Herbst vergangenen Jahres. Aber die neue La Brassbanda CD ist ein Mitschnitt des Konzerts in der Münchner Olympiahalle. Das zeigt zum einen, wie professionell die fünf vom Chiemsee sind. Und es zeigt zum anderen, wie großartig der Klang der Band live und auf CD ist.

Das Konzert im Herbst war ein besonderes. Leicht erhöht verfolgte ich es zum größten Teil sitzend, weil meine Begleitung verletzt war. Am der Seitenwand gibt es eine kleine Rampe für Rollstuhlfahrer. Auf ihr saßen wir und von dort hatten wir einen freien Blick auf die Bühne und auf die tanzende, bebende Menge. Das war großartig. Genau wie die Musik. La Brassbanda ist auf den beiden Studio-CDs schon irre. Aber live drehen sie noch schneller, noch lauter, noch wuchtiger auf.

Von „bayerischem Techno“ sprechen sie selbst. Damit meinen sie die ungeheuer schnellen Beats, die sie nicht mit Computern, sondern mit der Tuba erzeugen (auch wenn Elektronik im Hintergrund eine Rolle spielt). Jeder Ton von Trompete, Posaune und Tuba steckt so voller Leben, voller Freude, dass sich jede Zelle in Hirn und Körper angesprochen, angestoßen, angeregt fühlt. Alles bewegt sich. Alles muss sich bewegen.

Deshalb war es schwer, im Astra so viel zu sitzen – auch wenn es ansonsten mehr als richtig war. Schließlich sollte es ein gemeinsamer La BrassBanda-Abend sein. Da wäre es falsch gewesen, wenn sie sitzen muss und er tanzen darf. Und umso schöner ist es jetzt, die Live-CD jetzt einlegen zu können. Vielleicht auch mal mit der schon lange genesenen Begleitung von damals.

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Anthony McCalls Licht-Installation blendet im Dunkeln


Der erste Schritt führt ins Schwarze, ins Nichts. Nur einige weiße Lichtspiele von einer zur anderen Wand bieten Halt. Wer die Lichtinstallation „Five Minutes of pure Sculpture“ von Anthony McCall betritt, erlebt verwirrte Sinne.

Ganz klein sind die ersten Schritte. Unsicherheit, ja der Widerhall von Urängsten, schwingt beim Betreten der dunklen Halle im Hamburger Bahnhof mit. Die Hände suchen nach Halt, den es nicht gibt, nicht geben kann, da der Raum leer ist. Bis auf einige Besucher, die sich nur in ganz dunklen Umrissen wahrnehmen lassen. Aber langsam gewöhnen sich die Augen an das Schwarz-Weiß, das in dieser Kunstwelt dominiert. An der Wand zeichnen sich verändernde Formen ab – und quer durch den Raum ein weißer Lichtkegel, der sich in einer sehr engen Lichtquelle bündelt.

Der Blick in dieses Weiß schmerzt zunächst. Doch dann wird das Sehen immer genauer. Graustufen tauchen auf. Der Schritt in den nächsten Raum fällt schon leichter. Noch immer ist es ganz dunkel. Aber hier strahlen die beweglichen Lichtkegel nach unten. Das Raumempfinden bekommt zusätzlichen Halt – und fühlt sich wie in einer Kathedrale in der Dämmerung an. Beim Eintreten in einen dieser Lichtkegel zucke ich unwillkürlich zurück. Aber das Licht schmerzt nicht. Es ist weder warm noch kalt, noch schneidet es, obwohl es den Raum in Lichtzonen und Dunkelzonen zerteilt.

Und dann sind da auf einmal neue Grautöne zu sehen. Sie zeichnen sich im Lichtkegel ab. Sie verändern sich wie Wolken – und erzeugen so sich verschiebende, sich drehende und sich auflösende, fließende Muster in Grautönen. Jetzt haben sich die Augen ganz auf den Raum eingestellt. Die Schritte sind wieder so sicher wie immer, auf einmal nimmt die Nase wieder leichte Gerüche wahr und die Anspannung des gesamten Körpers weicht einer erstaunten, frohen Entspannung.

Unglaublich, wie dieses Schwarz und dieses Weiß von Anthony McCall die Sinne herausfordert, um dann in Schönheit aufzugehen.

 

Fridericiana (IV) – d’Apriles feines Buch über die Aufklärer im Umfeld Friedrichs

Iwan-Michelangelo D'Aprile: Friedrich und seine Aufklärer
Iwan-Michelangelo D’Aprile: Friedrich und seine Aufklärer

Dieses Buch über die Aufklärung im Umfeld Friedrich II. aus dem Hause der heimischen MOZ hätten die Stadtverordneten von Frankfurt (Oder) mal lesen sollen. Und zwar vor der Abstimmung über den Namen des Karl-Liebknecht-Gymnasiums! Dann hätten sie festgestellt, dass es in Frankfurt Bezüge zu vielen positiven historischen Menschen gibt, die es allemal wert wären Namensgeber einer Schule zu sein – statt des Begründers einer in ihrer Geschichte regelmäßig die Menschenrechte mit Füßen tretenden kommunistischen Partei.

20 knappe Biografien hat der Potsdamer Historiker Iwan-Michelangelo d’Aprile geschrieben. Wobei das Wort Biografie etwas zu groß ist für diese Schlaglichter. Alle porträtierten spielen als Reformer im Zeitalter der Aufklärung in Preußen eine wichtige Rolle. Sie reformieren die Schulen, organisieren Universitäten erstmals wissenschaftlich oder begründen die moderne Staatsführung.

Die 100 Seiten lesen sich schnell, da d’Aprile eine klare Sprache hat. Die vielen Bilder runden den Eindruck von den Männern ab, die für ihr aufgeklärtes Denken oftmals auch persönliche Schwierigkeiten bis hin zur Haft auf sich nahmen. Vor allem nach Friedrich II. Tod war die Gefahr wieder größer, wegen eigenständigem Denken mit dem König oder dem Adel in Konflikt zu geraten.

Einige von ihnen haben an der Viadrina studiert oder lehrten dort. Etwa Christian Thomasius, der nach seinem Wechsel nach Leipzig die erste Vorlesung in Deutsch und nicht in Latein veranstaltete und der für die klare Trennung von Theologie und Wissenschaft eintrat. Eine Tradition, in die sich ein Frankfurter Gymnasium gut stellen ließe. Oder Gotthold Ephraim Lessing, der eine Minna von Barnhelm erstmals in Frankfurt zur Aufführung brachte – und damit dem Bürgertum das Theater eroberte. Auch er wäre ein guter Schulpatron. Oder Hans von Held, der an der Viadrina studierte und einer de wichtigsten Journalisten der Aufklärung war. Auch diese Tradition des Kampfes um Pressefreiheit wäre ein schöner Bezug für ein Gymnasium. Aber auf solche Ideen kamen in Frankfurt (Oder) die Kämpfer für die Aufrechterhaltung der SED-/DDR-Tradition nicht. Kein Wunder, Freiheit ist keine Bezugsgröße für sie. Sehr zum Leidwesen der Schüler.

Mehr Fridericiana:

I. Norbert Leitholds Panorama überzeugt
II. Wo steht das Erbstück richtig? 
III. Friederisiko zeigt den Preußenkönig in allen Farben

Jakob Arjounis heiliger Eddy ist ein liebenswerter Gauner

Jakob Arjouni: Der heilige EddyDieser Roman hat nur knapp 250, sehr groß bedruckte Seiten. Er liest sich also schnell weg – und bleibt doch fest im Kopf. Jakob Arjounis „Der heilige Eddy“ ist eine Mischung aus Krimi und Schelmenroman, in der ein sympathischer Kleinkrimineller einen Fehler macht – mit katastrophalen Konsequenzen.

Denn Eddy irritiert einen reichen Mann so sehr, dass dieser stürzt und dabei stirbt. Da dieser Mann ein in Berlin sehr umstrittener Unternehmer ist, wird nach Auffinden der Leiche in den Medien spekuliert, ob rechte oder linke Terroristen für den Tod verantwotlich sind. Und schon spielt Arjouni mit Kapitalismuskritik und Medienschmäh. Da er ein glänzender Autor ist, der wie wenige in Deutschland wunderbar leicht und ironsich erzählen kann, entsteht aus all diesen Zutaten nichts moralisierend Belehrendes, sondern  erheiternd Unterhaltendes. Wirklich wunderbar!

Jakob Arjouni: Der heilige Eddy, Diogenes.